VinylPlus®

VinylPlus ist die freiwillige Selbstverpflichtung (2011–2020) der europäischen PVC-Industrie zur nachhaltigen Entwicklung. Das VinylPlus Programm wurde im offenen Dialog mit Stakeholdern aus Industrie, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Regulierungsbehörden, Vertretern der Zivilgesellschaft und PVCAnwendern entwickelt. Auf Basis der von The Natural Step erarbeiteten Bedingungen für eine nachhaltige Gesellschaft wurden für PVC fünf zentrale Herausforderungen identifiziert.

Das Programm gilt in allen EU-28 Mitgliedsstaaten sowie in Norwegen und in der Schweiz.

Mit VinylPlus schafft die europäische PVC-Branche einen langfristigen Nachhaltigkeitsrahmen für die gesamte PVC-Wertschöpfungskette.

Die Ziele sind:

  • die jährliche PVC-Recyclingmenge ab 2020 auf 800.000 Tonnen, ab 2025 auf mindestens 900.000 Tonnen und bis 2030 auf mindestens eine Million Tonnen zu steigern
  • den nachhaltigen Einsatz von Additiven zu fördern
  • die Nachhaltigkeit von PVC-Produkten und ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu verbessern
  • Treibhausgas-Emissionen sowie Energie- und Ressourcenverbrauch während der gesamten Herstellungsphase schrittweise zu reduzieren
  • sich in Richtung einer „low carbon“ Kreislaufwirtschaft zu entwickeln
  • ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette sowie bei den verschiedenen Stakeholdern zu schaffen.

Die Gründungsmitglieder von Vinylplus sind:

  • European Council of Vinyl Manufacturers – ECVM
  • European Plastics Converters – EuPC
  • European Stabiliser Producers Association – ESPA
  • European Plasticisers (ehemals ECPI)

Kreislauf-Management

  • 739.525 Tonnen PVC wurden 2018 im Rahmen von VinylPlus® recycelt.
  • Im September unterstützte VinylPlus den Aufruf der Europäischen Kommission, verbindliche Zusagen über die Erhöhung des Kunststoffrecyclings zu geben, indem man sich verpflichtete, bis 2025 mindestens 900.000 Tonnen – und bis 2030 mindestens eine Million Tonnen – pro Jahr in neue Produkte zu recyceln.
  • Bei der Zusammenarbeit mit den EU-Behörden ging es weiterhin um den Umgang mit früher verwendeten Additiven (Stoffe, die in neuen PVC-Produkten nicht mehr verwendet werden, jedoch in recyceltem PVC enthalten sein können).

Chlororganische Emissionen

  • Keine Transportunfälle mit Freisetzung von monomerem Vinylchlorid in Europa.
  • Hersteller von PVC verpflichten sich, die ECVM Chartas bis 2020 vollständig zu erfüllen. Das abschließende Compliance-Audit wird zusätzliche Kriterien aus dem Programm Operation Clean Sweep® (www.opcleansweep.org) beinhalten, das von allen ECVM-Mitgliedsunternehmen bereits implementiert wurde.

Nachhaltige Verwendung von Additiven

  • Der ASF (Additives Sustainability Footprint, eine Methodik zur Bewertung des Einsatzes von Additiven in PVC-Produkten) wurde von der University of Manchester, Großbritannien, einer kritischen Überprüfung unterzogen.
  • Durch fortwährende Forschung und Innovation passen sich die Hersteller von Weichmachern weiterhin an die Erfordernisse des Marktes sowie den
    regulatorischen Anforderungen an. Die Unternehmen setzen sich außerdem für sichere Produkte und deren nachhaltige Nutzung ein.

 Nachhaltige Nutzung von Energie und Rohstoffen

  • Die Überprüfung der Energieverbrauchsdaten der ECVM-Mitglieder für 2015–2016 ergab, dass der Energieverbrauch für die Herstellung einer Tonne PVC im Vergleich zum Bezugszeitraum 2007–2008 um durchschnittlich 9,5 % gesunken ist. Im gleichen Zeitraum wurden die CO2-Emissionen bei der durchschnittlichen PVC-Produktion, einschließlich VCM-Herstellung, um 14,4 % reduziert.
  • Die für die einzelnen EuPC-Sektorgruppen zur Verfügung stehenden Daten wurden ausgewertet, um den Energieverbrauch der PVC-Verarbeitung zu erfassen.

 Bewusstsein für Nachhaltigkeit

  • Unter dem Motto Meeting Societal Needs erkundete das 6. VinylPlus Sustainability Forum in Madrid, Spanien, wie die PVC-Branche und ihre Produkte konkrete und nachhaltige Lösungen bieten können, um den vielfältigen Herausforderungen einer wachsenden Weltbevölkerung zu begegnen.
  • Das VinylPlus®-Produktlabel (productlabel.vinylplus.eu) wurde im März 2018 offiziell gestartet. Bislang haben acht Hersteller von Fensterprofilen das Label für 43 Systeme, die an 13 europäischen Standorten hergestellt werden, erhalten.
  • Konkrete Initiativen und Aktionspläne für die Sicherheit der Arbeitnehmer und die Digitalisierung von KMUs wurden mit den Sozialpartnern des
    Europäischen Ausschusses für den sozialen Dialog des Chemiesektors, im Rahmen des unterzeichneten Kooperationsabkommens, festgelegt.
  • VinylPlus ist auf der Plattform für UN-Partnerschaften für die Ziele Nachhaltiger Entwicklung (SDGs) als SMART-Partner registriert.