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AgPR Gets Involved in the „Best Practice“ Campaign

The „Best Practice for the Environment“ campaign, which was launched this summer, has welcomed a new member to its group of initiators. Alongside AGPU and Rewindo, the German Association for the Recycling of PVC Floor Coverings (AgPR) is now one of the organisers behind the campaign. The aim of the „Best Practice“ campaign is to identify exemplary building projects in the German federal states of Saxony, Saxony-Anhalt and Thuringia that involve the recycling and re-use of used PVC construction products such as windows or floor coverings. The initiative is aimed at housing, window construction and demolition companies, as well as constructors of public buildings, and will run until autumn 2017. The „Best Practice“ projects will then be compiled in a project documentation.

„Alongside scrap windows, tarpaulins and pipes made of PVC, vinyl flooring also plays an important role in the material recycling of construction products“, explains the AgPR Managing Director, Dr Jochen Zimmermann. The AgPR runs a central recycling facility for used PVC flooring in Troisdorf. In 2015 alone, the facility recycled over 2500 tons of waste material, a large amount of which was then re-used.

The „Best Practice for the Environment“ Initiative Is Launched

Both the energetic restoration of residential and industrial buildings and the deconstruction of properties produce a great deal of building waste. When it comes to disposing of this waste in an environmentally friendly manner, material separation and mechanical recycling are currently considered to be the best approach. The „Best Practice for the Environment“ initiative was created in light of this fact. The main aim of the initiative is to identify exemplary construction projects in the German federal states of Saxony, Saxony-Anhalt and Thuringia that involve the recycling and re-use of disused PVC building materials such as windows or floor coverings. The joint initiative created by Rewindo and AGPU has already successfully attracted the support of a multitude of institutions, associations and companies.

It has now been officially launched and plans are in place for it to continue until autumn 2017. At the end of the initiative, a documentation with reference projects will be produced.

Startschuss für die Aktion „Best Practice für die Umwelt“

Bei energetischen Sanierungen von Wohn- undG ewerbegebäuden fallen wie auch beim Rückbau von Immobilien große Mengen an Bauabfällen an. Mit Blick auf eine umweltgerechte Entsorgungin möglichst geschlossenen Materialkreisläufen gelten Materialtrennung und werkstoffliches Recycling heute dabei als die beste Vorgehensweise. Vor diesem Hintergrund wurde die Aktion „Best Practice für die Umwelt“ ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, in den drei Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beispielhafte Bauprojekte zu ermitteln, bei denen ausgediente PVC-Baustoffe wie z. B. Fenster oder Bodenbeläge recycelt und wiederverwertet werden. Die gemeinsame Initiative der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH und der Arbeitsgemeinschaft PVC undUmwelt e.V. (AGPU), beide Bonn, erfreut sich schon jetzt der Unterstützung einer Reihe von Institutionen, Verbänden und Unternehmen. In Bad Langensalzafiel nun der Startschuss für die Aktion. Sie soll bis zum Herbst2017 dauern. Aus ausgewählten „Best Practice“-Referenzprojekten entsteht im Anschluss eine Dokumentation.

Als „Unterstützer“ hinter die Initiative gestellt haben sich u. a. der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. (VSWG), Dresden; der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. (HDB), Berlin; der Deutsche Abbruchverband e.V., Köln; der Bauindustrieverband Sachsen / Sachsen-Anhalt e.V., Leipzig; der Verband Fenster + Fassade (VFF), Frankfurt am Main sowie die B&O Wohnungswirtschaft GmbH, Chemnitz. „Wir rechnen damit, im Laufe der kommenden Wochen und Monate den Kreis der ‚Unterstützer‘noch erweitern zu können“, so Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter. Er sieht in der Aktion deutliche Vorteile auch für deren Mitglieder:„Durch werkstoffliches Recycling gewinnen die Unternehmen in der Öffentlichkeit Pluspunkte für nachhaltiges Handeln. Darüber hinaus können sie Geld sparen, weil dieses System preiswerter ist als die Entsorgung in Baumischcontainern. Die große Zustimmung zu ‚Best Practice für die Umwelt‘ zeigt uns, dass die PVC-Branche auf dem richtigen Weg ist, wenn sie damals wie heute vorrangig auf werkstoffliches Recycling von PVC-Baustoffen setzt“, erklärte AGPU-Geschäftsführer Thomas Hülsmann. Man habe bereits in den 1990erJahren erste Wiederverwertungssysteme für Altfenster, Türen und Rollladen sowie für Bodenbeläge, Kunststoffrohre und Dachbahnen ins Leben gerufen. „Die Hersteller, die diese Systeme finanziell tragen, haben schon damals ihre Verantwortung für die ausgedienten Produkte erkannt“, so Hülsmann.

Heute sei das Recycling von PVC im Baubereich ein wichtiger Bestandteil von „VinylPlus“, dem Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche. Hülsmann betonte darüber hinaus auch das Umweltbewusstsein der Abbruchunternehmen. Das Konzept des „selektiven Rückbaus“ von Gebäuden sei hierfür ein gutes Beispiel. Dass die thüringische Kurstadt Bad Langensalza als Ort für die Auftaktveranstaltung ausgewählt wurde, kommt nicht von ungefähr: Nur wenige Kilometer südlich betreibt einer der Rewindo-Recyclingpartner, die VEKA Umwelttechnik GmbH, Hörselberg-Hainich, eine der größten Altfenster-Recyclinganlagen Europas. Dort findet in mehreren Schritten der technisch hochwertige Recyclingprozess statt. Die ausdienten Bauteile werden zunächst geshreddert und weiter zerkleinert. Dann erfolgt in unterschiedlichen Verfahren die sortenreine Trennung in Metall, Gummi, Glasreste und Kunststoff. Letzterer wird aufgeschmolzen und durch einen Filter gepresst,um letzte Fremdpartikel auszusondern. Das dabei zurück gewonnene reine PVC-Granulat ist hochwertiger Sekundärrohstoff für neue Kunststofffenstermit Recyclingkern, das von den Kunststoffprofilherstellern als Gesellschafter von Rewindo wieder in den Markt gebracht wird. Wie wissenschaftliche Versuche ergaben, kann dieser Prozess mindestens siebenmal wiederholt werden. Schon heute erzielt die Branche bundesweit beachtliche Ergebnisse beim PVC-Baustoffe-Recycling. So konnte beispielsweise Rewindo zusammenmit seinen Recyclingpartnern im Jahr 2015 einen Rücklauf von über 27.000 Tonnen PVC-Sekundärrohstoff aus Altfenstern erreichen, was etwa 1,5 Mio.Fenstereinheiten entspricht. Zusätzlich werden rund 75.000 t Produktionsreste in der Fensterprofilproduktion eingesetzt. Die ArbeitsgemeinschaftPVC-Bodenbelag-Recycling (AgPR) recycelte vergangenes Jahr in ihrer Anlage in Troisdorf rund 2.500 Tonnen ausgediente Bodenbeläge. Die angelieferten Altbeläge werden nach Vorbehandlung in der 1991 errichteten Recyclinganlage zu Feinmahlgut verarbeitet. Bei Eignung lässt sich dieses problemlos bei der Produktion neuer PVC-Fußbodenbeläge einsetzen.

Ihre „Best Practice“-Vorschläge können alle Bauherren aus der Wohnungswirtschaft oder dem Gewerbebau, sowie von Abbruchunternehmen, Fensterbau-und Entsorgungsbetrieben ab sofort bei Rewindo oder AGPU einreichen. Neben der Abschlussdokumentation Ende 2017 sind in ausgewählten Fällen aktuelle Pressetermine an den Baustellen geplant. „Auf diese Weise wird den Beteiligten auch während der Laufzeit der Aktion zu einer positiven Publicity vor Ort und in der Fachpresse verholfen“, so Vetter.

100 alte PVC-Fenster recycelt und wiederverwertet

Das werkstoffliche Recycling von Kunststoffaltfenstern macht in Deutschland immer mehr Schule. Das belegt auch ein aktuelles Rewindo-Projekt in Bayern. Ein zweistöckiges Bürogebäude im Industriepark Gendorf nahe Altötting wurde energetisch saniert. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten wurden auch 100 Altfenster gegen moderne Kunststofffenstersysteme von Schüco ausgetauscht.

Die ausgedienten Fenster wurden wie auch bei vielen anderen Rewindo-Recyclingprojekten in einem Spezialcontainer gesammelt und in diesem Fall in die Recyclinganlage der VEKA Umwelttechnik GmbH nach Hörselberg-Hainich transportiert.Im werkstofflichen Verfahren werden hier die Materialien in unterschiedlichen Schritten komplett voneinander getrennt, bis am Ende wieder nahezu reines PVC-Granulat übrig bleibt – ein wertvoller Rohstoff, aus dem die Hersteller dann wieder neue Fensterprofile mit einem Kern aus Recyclingmaterial fertigen.

Rewindo setzt sich ehrgeizige Ziele für 2015

Rewindo hat sich für das laufende Jahr wieder ehrgeizige Ziele gesetzt. So will Geschäftsführer Michael Vetter zusammen mit seinen Partnern die jährliche Recyclingmenge für PVC-Altfenster, PVC-Alttüren und Rollladen kontinuierlich steigern, um die Vorgaben der Europäischen Selbstverpflichtung VinylPlus bis 2020 zu erfüllen. Darüber hinaus soll sichergestellt werden, dass die Recyclate weiterhin in der Neuproduktion der Fensterprofilhersteller Verwendung finden.

CDU-Europaabgeordneter Axel Voss informiert sich über Kunststofffensterrecycling

Anlässlich einer von der Rewindo GmbH gemeinsam mit ihrem regionalen Logistikpartner Hündgen Entsorgungs GmbH & Co. KG am Sitz der Firma in Swisttal-Ollheim durchgeführten Vortragsveranstaltung in der vergangenen Woche informierte sich unter anderem Axel Voss, Europaabgeordneter für die CDU in der Region Mittelrhein, vor Ort über den aktuellen Stand des Kunststofffensterrecyclings. In einer Reihe von Vorträgen wurde die Bedeutung der Recyclingwirtschaft und des Kunststofffensterrecyclings als Impulsgeber für Wirtschaft und Umwelt von der Region bis Europa beleuchtet, wobei auch aktuelle Fragestellungen und politische Herausforderungen thematisiert wurden.

Neue VDI-Kurzanalyse gibt Überblick über PVC-Recycling im Baubereich

Der Bausektor zählt weltweit zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren. Für den Bau von Gebäuden und Infrastrukturen werden jede Menge Rohstoffe benötigt. „Recycling ist ein wichtiger Schritt, um die Ressourcenentnahme und die damit verbundenen Umweltfolgen nachhaltig zu reduzieren. Besonders im rohstoffarmen Deutschland findet sich in Bauabfällen ein enormes Potenzial an hochwertigen Rohstoffen, die schon heute kostengünstig zurückgewonnen und so veredelt werden können, dass sie hinsichtlich der Qualität mit dem Ausgangsmaterial vergleichbar sind“, heißt es in einer jetzt veröffentlichen Kurzanalyse des VDI. Auf 55 Seiten geben die Autoren einen umfangreichen Überblick über die verschiedenen Recyclingmöglichkeiten, unter anderem auch von PVC (Kapitel 3.9) – am Beispiel von PVC-Fensterprofilen, PVC-Bodenbeläge oder PVC-Folien. Neben der AGPU werden hier auch VinylPlus, Rewindo und die AgPR als Referenzen benannt.

Download der VDI-Kurzanalyse

Freiburger Musterprojekt für Europa: Über 1.500 Kunststoff-Altfenster werden recycelt

REWINDO/EPPA) Die Sanierung von Wohngebäuden ist ein wichtiger Schritt zu Energieeinsparung und Klimaschutz. Aktuelles Beispiel – die Modernisierung von 8 Mehrfamilienhäusern mit 194 Wohnungenin der Bissierstraße im Freiburger Stadtteil Betzenhausen. Bauherrist die Familienheim Freiburg Baugenossenschaft eG, die in der südbadischen Stadt rund 2.630 Wohnungen im Bestand hat. Unter der Bauleitung der B & O Wohnungswirtschaft werden derzeit eine Reihe energetischer Sanierungsmaßnahmen von der neuen Dacheindeckung mit Solaranlage, die die Heizung unterstützt, über die Kellerdeckendämmung bis hin zur Fassadenrenovierung durchgeführt. Insgesamt 1.500 alte PVC-Fenster werden binnen 80 Tagen gegen neue wärmedämmende Kunststofffenster ausgetauscht. Erneuert werden auch 180 Haustüren. Nach Abschluss der Arbeiten belasten dann jährlich fast 20.000 Kilogramm CO2 weniger die Umwelt, teilten Bauherr und Bauleitung mit.

Eines der größten Altfensterrecyclingprojekte in Europa

Das Bauprojekt weist eine Besonderheit auf: Die ausgedienten Kunststoff-Altfenster aus dem Jahr 1983 wandern nicht etwa in die Müllverbrennung, sondern werden im Rahmen des bundesweiten Systems der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH, Bonn, werkstofflich recycelt und der so gewonnene Rohstoff für die Herstellung neuer Fenster- und Bauprofile wiederverwendet. „Das Freiburger Sanierungsvorhaben in der Bissierstraße ist nach unserem Kenntnisstand eines der größeren Recyclingprojekte für PVC-Altfenster in Europa“, betonte Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter. Das aus den alten Bauelementen wiedergewonnene PVC-Granulat wird anschließend in die Produktion führender deutscher Kunststofffenster-Profilhersteller eingebracht. „Auf diese Weise entsteht ein geschlossener Materialkreislauf für PVC-Fenster“, erläuterte Dr. Michael Szerman, Bereichsleiter Forschung und Technik bei der profine GmbH in Pirmasens. Energetische Sanierung und Recyclingpassen gut zusammen. Denn hier geht es um Ressourceneffizienz, Energieeinsparung und Nachhaltigkeit.

Baubeteiligte zeigten Umweltbewusstsein

Der Anstoß für das Recycling-Großprojekt kam durch das ausführende Fenstermontage-Unternehmen Schneeberger Bauelemente Potthoff GmbH. Die Bauverantwortlichen zeigten Umweltbewusstsein und ließen sich schnell von den Vorteilen des werkstofflichen Recyclings überzeugen. Die PVC-Altfenster aus der Bissierstraße werden in speziellen Containern gesammelt und gehen dann zum Recycling an die VEKA Recycling-Anlage in Vendeuvre sur Barse / Frankreich.

Material „lebt“ mehrere 100 Jahre

Dort erfolgt die Verarbeitung der Freiburger Altfenster in einem technisch hoch entwickelten Prozess zu fast sortenreinem PVC-Granulat. Die Bauteile werden zunächst geshreddert und damit für die weiteren Prozessschritte vorzerkleinert; Metall, Gummi und Glasreste werden anschließend sortenrein getrennt. Der verbleibende Kunststoff wird erhitzt und durch einen Schmelzefilter gepresst, um letzte Fremdpartikel aus dem Material zu entfernen. Am Ende gelangt das nahezu 100-prozentig reine PVC-Regranulat wieder an die deutschen Hersteller von Kunststofffenster-Profilen und dient dort als Ausgangsmaterial für die Produktion von Fensterprofilen mit Rezyklatanteil. Diese bestehen aus einem Kern mit Recyclingmaterial und einer Ummantelung mit Neu-PVC. Der Prozess lässt sich, wie Experimente belegen, mindestens sieben Mal wiederholen. Bei einem Gebrauchszyklus zwischen 30 und 50 Jahren „lebt“ das Material demnach mehrere 100 Jahre.

Anstieg der Modernisierungen in Europa

Verschärfte Vorschriften für Energieeinsparung und Klimaschutzsorgen seit Jahren für eine ständige Erhöhung der Recyclingmengen bei PVC-Altfenstern. Im Jahr 2013 wurden fast 22.500 Tonnen hochwertiges Granulat zurückgewonnen – das entspricht etwa 1,2 Millionen recycelten Altfenstern. Die Modernisierungen – und damit auch Recyclingmengen – werden weiter ansteigen, wenn die EU-Staaten Ernst machen mit der 2010 verabschiedeten EU-Gebäuderichtlinie, wonach allein bis 2030 etwa 50 Prozent aller Gebäude Passivhausstandard erreichen sollen.

Freiburger Projekt mit „Leuchtturmcharakter“

Die europäische PVC-Industrie hat sich in ihrem freiwilligen Aktionsprogramm VinylPlus zu konkreten Recyclingzielen für PVC verpflichtet. Der Bereich Altfenster-, türen und Rollladen, die einen wichtigenTeil der Gesamtmenge ausmachen, werden unter dem Dach der European PVC Window Profile and related Building Products Association (EPPA ivzw, Brüssel) koordiniert. „Mittlerweile gibt es verstärkte Recyclingaktivitäten auch in Österreich, Polen, Frankreich, Belgien und England“, berichtete EPPA-Geschäftsführer Gerald Feigenbutz. Recycling-Großprojekte wie das in Freiburg hätten „Leuchtturmcharakter“, die einmal mehr bezeugten, dass Kreislaufwirtschaft in Europa funktioniert und für alle Beteiligten Vorteile bringt.

Tag der Umwelt 2014: AGPU setzt sich für mehr Energie- und Ressourceneffizienz ein

Heute vor 42 Jahren, am 5. Juni 1972, wurde in Stockholm mit 1.200 Vertretern aus 112 Staaten die erste Umweltschutzkonferenz der Vereinten Nationen eröffnet. Dieser Termin gilt als Beginn der internationalen Umweltpolitik und wird seit 1976 auch in Deutschland als „Tag der Umwelt“ mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen gefeiert.

Auch die AGPU engagiert sich seit mehr als 25 Jahren mit ihren über 60 Mitgliedsunternehmen aus der PVC-Branche erfolgreich für die Umwelt. „Als Experten für nachhaltige Entwicklung engagieren wir uns für ein ganzheitliches Konzept für die Energiewende, das den gesamten Bereich von der Energieerzeugung bis zum Energieverbrauch einbezieht“, so AGPU-Geschäftsführer Thomas Hülsmann. „Jede Kilowattstunde, die gar nicht erst verbraucht wird, ist die effizienteste.“ Der Hebel zum Erreichen der Energiesparziele ist im Segment des Verbrauchs in Gebäuden am größten. Insgesamt entfallen rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf diesen Bereich und können bereits heute mit vorhandenen Technologien und Produkten erreicht werden. Hier spielen Produkte aus dem Werkstoff PVC eine wichtige Rolle. Am Beispiel des Bottroper Projekts InnovationCity Ruhr wird das Einsparpotenzial durch die energetische Sanierung von Gebäuden besonders deutlich. In den sogenannten Zukunftshäusern sind unter anderem PVC-Fenster im Passivhausstandard und andere PVC-Produkte wie Kabelkanäle und Isolierfolien für Rohre verbaut. „Damit die Energiesparziele der Bundesregierung erreicht werden, ist neben den KfW-Mitteln auch eine Förderung durch steuerliche Absetzbarkeit der Investitionen notwendig“, so die Forderung der AGPU. Zudem sollten die Anstrengungen zum Energiesparen in Gebäuden auf ganz Europa ausgedehnt werden.

Großes Potenzial zu Energie- und Ressourceneffizienz zeigt sich auch bei der energetischen Sanierung von Wohnimmobilien und öffentlichen Gebäuden, wie der gemeinsam mit der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH ausgelobte bundesweite Wettbewerb „Umweltgerechte Modernisierung“ deutlich belegt. So wurden beispielsweise in Bad Kissingen vier Mehrfamilienhäuser umfassend saniert. Hierbei wurden rund 750 PVC-Altfenster ausgebaut und recycelt. Derzeit werden in Norderstedt bei Hamburg sieben Wohnblocks mit 368 Wohnungen energetisch saniert. Dabei werden bis 2015 insgesamt 2.500 alte Kunststofffenster gegen neue Energiesparfenster aus PVC ausgetauscht und anschließend einer werkstofflichen Wiederverwertung als Recyclingfenster zugeführt. Das sind nur zwei von vielen Beispielen dafür, dass die Wiederverwertung gebrauchter PVC-Bauprodukte längst gängige Praxis ist – und so erheblich zur Schonung von wertvollen Ressourcen und damit zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks beiträgt.

Europa-Rekord: Recycling für 2.500 alte Kunststofffenster

Rewindo/EPPA (16. April 2014). In Norderstedt, kurz hinter der Stadtgrenze von Hamburg, fiel der Startschuss für die energetische Sanierung des Quartiers Waldstraße mit 368 Wohnungen. Das Konzept des Bauherren, die Adlershorst Baugenossenschaft eG, Norderstedt, sieht u.a. die Wärmedämmung der Gebäudehülle vor. Dabei werden bis 2015 an insgesamt sieben Wohnblocks 2.500 alte PVC-Fenster gegen neue Energiesparfenster aus Kunststoff ausgetauscht und anschließend einer werkstofflichen Wiederverwertung als Recyclingfenster zugeführt. „Es handelt sich um die bisher größte Recyclingmenge an Fenstern europaweit für ein einzelnes Sanierungsprojekt im Bereich Wohnungsbau“, erklärte Michael Vetter, Geschäftsführer der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH, Bonn, anlässlich eines Baustellentermins.

Bauherr und Fensterbauer zeigen Umweltverantwortung
Adlershorst plant für die Gebäudekomplexe neben Dämmung und Fenstertausch sowie einer Erneuerung der Balkone und des gesamten Wohnumfeldes weitere energetische Maßnahmen wie z. B. die Umstellung auf klimaneutrale Fernwärmeversorgung. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Die für die Häuser benötigte Jahresprimärenergie wird durch die Sanierung von 300 kWh/m2 auf 75 kWh/m2 abgesenkt und somit um 75 Prozent niedriger sein. Zugleich reduziert sich die jährliche CO2-Emission um 97 (!) Prozent von 57 kg/m2 auf nur noch 1,5 kg/m2, wie das Unternehmen mitteilt und wie ein Zertifikat der Stadtwerke Norderstedt ausweist. Zusätzliche Verantwortung für die Umwelt zeigt der Bauherr durch das werkstoffliche Recycling der PVC-Altfenster in einem geschlossenen Materialkreislauf. Der Anstoß hierfür kam durch das ausführende Fensterbauunternehmen Fahland Bautechnik GmbH aus Hamburg, das die Methode selbst erstmals einsetzte. Vetter: „Energetische Sanierung und Recycling passen gut zusammen. Denn hier geht es um Ressourceneffizienz, Energieeinsparung und Nachhaltigkeit.“

Gute Lösung gefunden
Viel Arbeit wartet nun auf das Fensterbauteam. In mehreren Bauabschnitten werden die alten Kunststofffenster, die noch fest montierte Holz-Zargen besaßen, ausgebaut und durch neue hochwärmedämmende PVC-Fensterkonstruktionen ersetzt. „Die Zargen bestehen nun ebenfalls aus Kunststoff, was eine Sonderanfertigung der Fensterleibungen extra für dieses Projekt erforderlich machte“, so Firmenchef Andreas Fahland. Man habe hier am Ende eine gute Lösung gefunden. Für das Recycling werden die Holzteile von den alten Kunststoffrahmen entfernt und als Sonderabfall entsorgt. Die PVC-Altfenster werden in speziellen Containern gesammelt und dann vom Rewindo-Recyclingpartner VEKA Umwelttechnik GmbH aus Hörselberg-Hainich bei Eisenach in regelmäßigen Abständen an der Baustelle abgeholt.

Altes PVC „lebt noch mehrere 100 Jahre
In der Recyclinganlage des Unternehmens werden die alten Norderstedter Fenster in einem technisch hoch entwickelten Prozess zu fast sortenreinem PVC-Granulat verarbeitet. Die Altfenster werden zunächst geshreddert und auf handliche Formate verkleinert. Dann erfolgt die sortenreine Trennung von Metall, Gummi und Glasresten. Der verbleibende Kunststoff wird erhitzt und durch einen Schmelzefilter gepresst, um letzte Fremdpartikel aus dem Material zu entfernen. Am Ende wird das nahezu 100-prozentig reine PVC-Regranulat an die Hersteller von Kunststofffenster-Profilen geliefert und dient dort als Ausgangsmaterial für die Produktion von Recyclingprofilen. Sie bestehen aus einem Kern mit Recyclingmaterial und einer Ummantelung mit Neu-PVC. Dieser Prozess lässt sich, wie Experimente belegen, mindestens sieben Mal wiederholen. Bei einem Gebrauchszyklus zwischen 30 und 50 Jahren „lebt“ das Material demnach noch mehrere 100 Jahre.

Sprunghafter Anstieg der Recyclingmengen erwartet
Energetische Sanierungen sorgen seit einigen Jahren für eine ständige Erhöhung der Recyclingmengen bei PVC-Altfenstern. Im Jahr 2013 wurden fast 22.500 Tonnen hochwertiges Granulat aus recycelten Fenstern, Türen und Rollladen gewonnen. Das entspricht in etwa einer Menge von 1,2 Millionen Fenstereinheiten. Die Modernisierungen – und damit auch die Altfenster-Recyclingmengen – werden sprunghaft weiter ansteigen, wenn die EU-Staaten Ernst machen mit der 2010 verabschiedeten EU-Gebäuderichtlinie, wonach allein bis 2030 etwa 50 Prozent aller Gebäude Passivhausstandard erreichen sollen.

Vermehrt werkstoffliches Fensterrecycling in Europa
Mittlerweile setzen daher auch andere Länder auf das werkstoffliche Fensterrecycling. Die europäische PVC-Industrie hat sich in ihrem freiwilligen Aktionsprogramm VinylPlus zu konkreten Recyclingzielen für PVC verpflichtet. Der Bereich Altfenster-, türen und Rollladen, die einen wichtigen Teil der Gesamtmenge ausmachen, werden unter dem Dach der European PVC Window Profile and related Building Products Association (EPPA ivzw) koordiniert. „Inzwischen gibt es verstärkte Recyclingaktivitäten auch in Österreich, Polen, Frankreich und England. In Belgien hat der Kunststoffprofilhersteller Deceuninck NV im Jahr 2012 eine nagelneue Anlage für das Altfensterrecycling errichtet. Sie zählt wie auch die Reststofftechnik GmbH in Österreich seit letztem Jahr zu den ausländischen Recyclingpartnern der Rewindo“, berichtete EPPA-Geschäftsführer Gerald Feigenbutz. Recycling-Großprojekte wie das in Norderstedt hätten eindeutig „eine positive Signalwirkung“ für das gesamte werkstoffliche Altfensterrecycling in Europa.

Die gemeinsame Pressemeldung von Rewindo und EPPA finden Sie hier im PDF-Format zum Download.