Europaparlament verhindert PVC-Recycling, setzt sich über die Bewertung der ECHA hinweg und votiert gegen die Kreislaufwirtschaft

Am Mittwoch hat das Europäische Parlament für den Entschließungsantrag des Umweltausschusses (ENVI) gestimmt, die von der EU-Kommission geplanten Ausnahmen für die Verwendung von bleihaltigem Rezyklat nicht zuzulassen, und widerspricht damit der wissenschaftlichen Bewertung der eigenen Behörde. Die Europäische Chemikalienagentur mit deren Fach-Ausschüssen hat sich im Vorfeld für Ausnahmen in ausgewählten Anwendungen ausgesprochen.

Das Abstimmungsergebnis im EU-Parlament widerspricht zudem den Zielen der Kreislaufwirtschaft und gefährdet nicht nur bereits getätigte, sondern auch künftige Investitionen in das PVC-Recycling.

Das ausführliche Statement von Brigitte Dero, Geschäftsführerin von VinylPlus®, dem Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche, zu der Abstimmung in Straßburg mit weiterführenden Informationen finden Sie untenstehend.

 

Statement von Brigitte Dero, Geschäftsführerin von VinylPlus®:

VinylPlus®, das Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche, bedauert das heutige Abstimmungsergebnis im Europäischen Parlament zu der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Ausnahmeregelung zur weiteren Verwendung von bleihaltigem Rezyklat aus Alt-PVC. Diese Abstimmung widerspricht der strengen wissenschaftlichen Bewertung durch die Europäische Chemikalienbehörde (ECHA), die zu dem Schluss kam, dass das Recycling derzeit die beste Lösung für PVC-Abfälle mit diesen Additiven darstellt. Die Stellungnahme der ECHA finden Sie hier.

Da es keine alternative Lösung gibt, ist eine mögliche Folge der heutigen Abstimmung, dass alte PVC-Produkte aus langlebigen Anwendungen deponiert oder energetisch verwertet werden müssen. Dies führt zu einer wesentlich höheren Umweltlast für die zukünftige Generationen. Das Abstimmungsergebnis verzögert außerdem das Einfuhrverbot von bleihaltigen PVC-Produkten nach Europa. Die daraus resultierende Rechtsunsicherheit gefährdet zukünftige Investitionen ins Recycling, untergräbt die Ziele der europäischen Kreislaufwirtschaft und beschränkt erheblich das Erreichen der Recyclingziele, die im Rahmen der Circular Plastics Alliance angestrebt werden.

(Pressemitteilung von VinylPlus – englisch)

Circular Plastics Alliance wächst auf 170+ Mitglieder

Die im September 2019 offiziell gegründete Circular Plastics Alliance (CPA) erfreut sich über rege Unterstützung. Laut EU-Kommission sind bislang mehr als 170 Mitglieder der Allianz für die Kunststoffkreislaufwirtschaft beigetreten. Zu den Unterstützern zählen Unternehmen, Verbände und Organisationen sowohl aus dem öffentlichen als auch aus dem privaten Sektor und die gesamte Wertschöpfungskette für Kunststoffe ab.

Alle sechs Arbeitsgruppen der Allianz haben bereits ihre Arbeit aufgenommen. Sie decken die Bereiche Automobil, Verpackungen, Bau, Landwirtschaft, Elektro- und Elektronikgeräte sowie Überwachung und Datensammlung ab.

https://ec.europa.eu/growth/industry/policy/circular-plastics-alliance_en