Leistungsfähige PVC-Bauprodukte unverzichtbar beim seriellen Bauen

Das Leben, die Gesellschaft und den Alltag radikal neu denken: Vor 100 Jahren ließ das Bauhaus den Traum von der Moderne Realität werden. Auch wenn die weltbekannte Hochschule für Architektur und Design nur 14 Jahre bestand, so gelten viele ihrer Ideen und Konzepte heutzutage als wichtige Wegbereiter für ganze Branchen. Ein Beispiel ist das serielle Bauen. Die Idee von Bauhaus-Gründer Walter Gropius ist heute aktueller denn je, denn ohne standardisierte Fertigungsprozesse und innovative Bauprodukte sind die Herausforderungen insbesondere im Bereich des bezahlbaren Bauens und Wohnens nur schwierig so schnell und so gut zu bewältigen.

Leistungsfähige PVC-Bauprodukte wie Energiesparfenster und Bodenbeläge leisten hierbei einen wichtigen Beitrag und sind unverzichtbar bei dieser weiterentwickelten Bauweise, bei der Ressourcen geschont, Bauzeiten und Belastungen an der Baustelle reduziert und Qualitätsstandards besser erfüllt werden. Mit den Chancen und Möglichkeiten beim seriellen Bauen hat sich auch Professor Bernhard Franken, Architekt und Dozent an der Hochschule Düsseldorf, in seinem Vortrag „Serielles Bauen – Der Traum von der industriellen Fertigung von Gebäuden“ anlässlich einer Architekten-Exkursion auseinandergesetzt, die kürzlich auf Einladung der AGPU zusammen mit dem Freundeskreis Bauhaus und der Stiftung Bauhaus in Dessau stattfand.

Die AGPU unterstützt bereits seit vielen Jahren verschiedene Bauhaus-Projekte. Dazu gehörten unter anderem der Diskurs zum Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Meisterhäuser von Gropius und Moholy-Nagy sowie das damit verbundene Buchprojekt „UmBauhaus“.

Roadmap Chemie 2050 vorgestellt

Die deutsche chemische Industrie kann ihren Ausstoß von CO2 mithilfe neuer Produktionstechnologien bis zum Jahr 2050 fast vollständig reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), erstellt durch die Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA) und das Beratungsunternehmen FutureCamp.

Die Studie zeichnet ein detailliertes Bild der Entwicklung der Branche bis 2050 und erläutert Potenziale und Voraussetzungen zur Senkung von CO2. Es zeigt sich: Die Chemie wird ihre Treibhausgasemissionen auch in Zukunft weiter senken können. Allerdings kommt sie je nach getroffenen Maßnahmen unterschiedlich weit. Die Studie zeigt dies anhand von drei Pfaden, die unterschiedliche Ambitionsniveaus darstellen.

(Darstellung: VCI)

Die PVC-Kabelbranche richtet sich neu aus

In Berlin fand gestern unter dem Motto „Wir setzen auf PVC-Kabel. Innovation und Nachhaltigkeit für smarte elektrische Systeme“ die zweite PVC4Cables- Konferenz statt. Über 90 Vertreter aus der europäischen PVC-Kabelindustrie diskutierten über die Zukunft der Branche. Im Fokus der Veranstaltung standen Forschung und Entwicklung, nachhaltige Entwicklung sowie Markttrends.

„Weltweit ist PVC das am häufigsten verwendete Material bei Kabeln“, betonte Astrid Aupetit, Senior Research Analystin von AMI Consulting, „mit einem Marktanteil von 53 Prozent und einem geschätzten Wachstum von ein bis eineinhalb Prozent in den kommenden Jahren. In Europa behauptet PVC seine Vorreiterrolle im Bereich der Niederspannungskabel.“

PVC ist aufgrund der Vielseitigkeit seiner Rezepturen, der einfachen Verarbeitung, seiner hervorragenden Isoliereigenschaften, seiner Leistungsfähigkeit hinsichtlich Brand- und Witterungsbeständigkeit sowie seiner Kosteneffizienz eine exzellente Wahl.

„Bei PVC-Kabeln gilt: je höher der PVC-Gehalt im Kabel ist, desto geringer sind die Kosten für den Kabelnutzer“, so Professor Alessandro Marangoni von Althesys. Die gesamten Lebenszykluskosten (Total Cost of Ownership) sind die Bewertungsmethode der Wahl und umfassen die Anschaffung, die Nutzung und die Wartung eines Produktes. „Darüber hinaus gilt auf der Grundlage der Kosten-Nutzen-Analyse (ohne Kupferrückgewinnung) beim PVC-Recycling: je höher die Menge an PVC im Kabel ist, desto mehr lohnt sich das Recycling im Vergleich zur Deponierung und Verbrennung.“

Obwohl PVC von vielen Menschen als technisch ausgereiftes Material gesehen wird, haben in den letzten Jahren Forschung, Entwicklung und Innovationen bei Rezepturen zu sehr vielversprechenden Ergebnissen geführt. „Kabelrezepturen auf Basis von Weich-PVC können verbessert werden“, so Professor Enrico Boccaleri, Università del Piemonte Orientale. Das gelte insbesondere hinsichtlich der Thermo-Stabilität und der Reduzierung der HCl-Freisetzung durch den Einsatz von Nanomaterialien.

„In Italien haben wir Rezepturen für PVC-Kabel mit niedriger Rauchentwicklung und gutem Brandverhalten entwickelt“, so Gianluca Sarti, Vertreter der Compounds for Cables Group des PVC Forum Italia. „Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass wir PVC-Compounds mit einer 25-mal niedrigeren Rauchentwicklung im Vergleich zu den derzeit verwendeten Standardrezepturen herstellen können. Derzeit laufen Versuche, um die Leistungsfähigkeit noch weiter zu verbessern.“

Professor Camillo Cardelli, Forscher bei i-Pool, betonte, dass „PVC die höchsten Ergebnisse beim Brandschutz im Vergleich zu anderen thermoplastischen Materialen erzielen kann, wenn es richtig mit geeigneten Additiven und flammhemmenden Füllstoffen ausgerüstet ist“.

Basierend auf diesen Ergebnissen haben Erica Lo Buglio, PVC4Cables, und Marco Piana, Direktor des PVC Forum Italia, die neue PVC4Cables-Broschüre zum vorbeugenden Brandschutz von PVC-Kabeln unter Berücksichtigung der Bauproduktenverordnung (BauPVO) vorgestellt. Sie belegt die Leistungsfähigkeit von PVC-Kabeln, individuelle Vorgaben hinsichtlich der Verwendung und des Brandschutzes zu wettbewerbsfähigen Kosten zu erfüllen.

Roland Dewitt von ACCIPIS und Chris Howick, Product Regulation Manager von INOVYN, informierten die Teilnehmer über die Europäische Normung bei Kabeln sowie die aktuelle Einstufung mittelkettiger Chlorparaffine unter REACH und RoHS in Europa.

Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit stellte Josè M. Baldasano, Professor an der Universitat Politècnica de Catalunya, seine neue Lebenszyklus-Studie über den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen bei der Herstellung, Nutzung und Entsorgung von PVC-Kabeln vor: „Das elektrische Kabel, welches nach den berücksichtigten Umweltindikatoren die besten Ergebnisse liefert, ist PVC mit 25 Prozent Recyclingmaterial“.

Das Recycling ist eine der Stärken von PVC. Ingrid Verscheuren, Geschäftsführerin von Recovinyl®, betonte in ihrem Vortrag zu den Herausforderungen und Chancen bei der Herstellung von PVC-Kabeln: „2018 wurden 151.506 Tonnen PVC-Kabel recycelt, was einer Steigerung von 20,3 Prozent gegenüber 2017 entspricht“. Seit 2000 wurden im Rahmen der Programme Vinyl 2010 und VinylPlus® mehr als 1,1 Millionen Tonnen PVC-Kabel recycelt, wodurch knapp 2,3 Millionen Tonnen CO2-Emissionen einspart worden sind.

Piero De Fazio, Senior Researcher der ENEA (Italienische Nationale Agentur für neue Technologien, Energie und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung), betonte ebenfalls die gute  Recyclingfähigkeit von PVC-Kabeln und veranschaulichte dies an einem Upcycling-Projekt: von der Rückgewinnung über die Aufbereitung und das Recycling von PVC-Elektrokabeln aus Energieanlagen bis hin zur Wiederverwendung in Produkten mit geringer Umweltbelastung.

Einige Praxisbeispiele zu Dienstleistungen bei Analytik und Zertifizierungen wurden von Gerald Aengenheyster, Geschäftsführer der SKZ-Testing GmbH, vorgestellt. Stefan Eingärtner, Technischer Direktor von VinylPlus®, erläuterte das VinylPlus® Produktlabel.

Zum Abschluss der Konferenz betonte Zdenek Hruska, Projektleiter von PVC4Cables, dass die konkreten Ergebnisse nach den ersten beiden Jahren intensiver Arbeit der PVC4Cables-Plattform „dank der Zusammenarbeit zwischen PVC-Rohstoffherstellern, Herstellern von Stabilisatoren und Weichmachern, Verarbeitern, Branchenexperten, Universitäten und Forschungseinrichtungen möglich waren, die den umweltfreundlichen Innovationen im PVC-Kabelsektor einen neuen Impuls gegeben haben“.