Generalprobe bestanden

Wenn Katar die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ausrichtet, ist eine zuverlässige Klimatisierung der Stadien für Spieler und Zuschauer unverzichtbar. Deshalb wurde das Architektur- und Planungsbüro Arup Associates beauftragt, eine nachhaltige Stadion-Lösung mit neuester Kälte- und Klimatechnik zu entwerfen. Resultat ist das 500 Zuschauer fassende Showcase-Stadion in Doha: das erste CO2-neutrale Stadion der Welt.

Sein Dach besteht aus zwei unterschiedlich großen Halbkreisen und lässt sich durch Drehung der kleineren Dachfläche öffnen. Beide Dachhälften setzen sich aus rund 250 dreieckigen Segeln aus PVC-beschichtetem Gewebe zusammen. Das widerstandsfähige Material reflektiert einen Großteil der Sonnenstrahlen und sorgt damit für einen kontrollierten Einfall von Licht und Sonne ins Stadioninnere. Die Kühlung der Sportstätte erfolgt durch Solarthermie und Photovoltaik: ein nachhaltiges Konzept, das die Stadion-Architektur der Zukunft prägen dürfte.

Club of Wuppertal stellt bei Unternehmergespräch das Projekt „InnovationCity Ruhr“ vor

AGPU-Mitglieder sind eingeladen.

Zum diesjährigen Unternehmergespräch lädt der Club of Wuppertal am 01. und 02. Oktober in Bottrop ein. Diskutiert werden, teilweise unter Leitung von AGPU-Geschäftsführer Werner Preusker, unterschiedliche Zukunftsentwürfe, die die Interaktion von Mensch und Technik in besonderer Weise berücksichtigen. Hintergrund wird dabei der Wandel von einer Leistungs- zur Wertschätzungsgesellschaft sein. Dass der Club of Wuppertal bei dieser Thematik gerade Bottrop als Veranstaltungsort wählt, ist keinesfalls Zufall, bietet doch die Stadt mit dem Projekt „InnovationCity Ruhr“ geradezu eine Blaupause für die skizzierte Thematik am Beispiel künftiger Energieversorgung. Die FAZ vom 30. Juli 2013 berichtete über das Projekt.

Unterstützt von vielen Bürgern und sämtlichen Stadtratsfraktionen entsteht dort initiiert durch regionale Unternehmen und Forschungseinrichtungen seit 2010 sprichwörtlich ein Labor für die Energiewende von morgen. Ob energetische Sanierung von Privathäusern, die Entwicklung hochleistungsfähiger Batterien zur Speicherung von Solarstrom oder Elektro-Carsharing, – die derzeit 125 Einzelprojekte bieten Vorteile für alle: Die entwickelnden Unternehmen bekommen direktes Feedback der Nutzer, die wiederum nicht nur neueste Technologie zum kleinen Preis nutzen können. Sie können vielmehr auch durch ihren Input an deren Entwicklung teilhaben.

Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler wird das Projekt am ersten Veranstaltungstag vorstellen. Der Club of Wuppertal und Werner Preusker vermitteln gerne, wenn auch Sie sich an dem Projekt beteiligen wollen. Bislang ist noch kein Profilhersteller offizieller Partner dieses europaweit herausragenden Projekts.

Die Teilnahme an der Veranstaltung des Club of Wuppertal ist kostenlos, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Weitere Informationen zum Unternehmergespräch und Anmeldemöglichkeit unter http://www.club-of-wuppertal.com/index.php/veranstaltungen.htm.

Neue Umfrage: Kunststoff bei Fenstermodernisierung auf Platz 1

Wenn es um den Austausch von Fenstern im Rahmen einer Modernisierung geht, setzten die Haushalte vor allem auf Kunststoff als Rahmenmaterial. Dies ist eines der Ergebnisse einer kürzlich vorgestellten Umfrage, für die 12.783 Haushalte bundesweit von einem Marktforschungsinstitut über Modernisierungsaktivitäten und Ausgaben in 2011 befragt wurden. Demnach entschieden sich 75% der Befragten bei der Fenstermodernisierung für Kunststoff (Holzfenster 12%, Alufenster 2%).

Weitere Umfrageergebnisse finden Sie in der aktuellen Ausgabe der BAUELEMENTE-BAU (Seite 11) sowie im Mitgliederbereich des PVC-WIKI. Die gesamte Studie ist kostenpflichtig und kann bei Heinze Marktforschung erworben werden.

Volles Rohr

Der öffentliche Wasserversorger Aguas de Córdoba managt den Wasserkreislauf in 50 Städten und 65 Dörfern in der Provinz Córdoba. Anfang der 1990er Jahre hatte die Region mit ungewöhnlich hohen Wasserverlusten im Leitungsnetz zu kämpfen. Erst seitdem vermehrt Kunststoffrohre wie aus Hart-PVC zum Einsatz kommen bleibt mehr Wasser in den Leitungen.

Das Hauptleitungssystem der Wasserversorgung in den Ortschaften der Region Córdoba erstreckt sich über eine Länge von etwa 1.300 Kilometern, die Abwasserleitungen über 1.000 Kilometer. Im Jahr 1992 bestanden die vor allem in den 1970er Jahren verlegten Rohrsysteme zu etwa 90 Prozent aus Faserzement und nur zu 10 Prozent aus leichtem Kunststoff wie zum Beispiel PVC oder anderen Materialien. In dieser Zeit lagen die Verluste des Frischwassers auf ihrem Weg durch das Leitungsnetz bei 65 Prozent: eine unbefriedigende Situation für das Wasserunternehmen, das seinen Kunden letztendlich nur 35 Prozent der tatsächlich gelieferten Wassermenge in Rechnung stellen konnte.

Fehlende Professionalität

Die Gründe für die hohen Wasserverluste waren vielfältig. Zum einen spielte die schlechte Qualität der installierten Materialien eine Rolle, zum anderen der Verzicht auf Wartungsarbeiten. Außerdem fehlten einheitliche Standards und qualifizierte Fachkräfte. So entstanden durch mangelhafte Verlegung der Rohre große Nachfolgeschäden.

Verluste drastisch reduziert

Der Wasserversorger nahm diese ernüchternde Bilanz zum Anlass, einen Teil der maroden Leitungen durch moderne Kunststoffrohre mit glatten Innenflächen zu ersetzen. Dazu gehörten auch hochwertige leichte PVC-Rohre, die sich durch ihre Stabilität und ihre bis zu 100-jährige Lebensdauer auszeichnen. Im Jahr 2010 lag der Anteil der Rohre aus Faserzement nur noch bei 60 Prozent und der aus Kunststoff bei 40 Prozent. Zusätzlich begann AseTUB, die spanische Vereinigung der wichtigsten Hersteller von Kunststoffrohren und Fittings, seit 2006 mit der Organisation von Schulungen in Córdoba zur richtigen Installation von Kunststoffrohren. Beide Maßnahmen ermöglichten eine Reduzierung des Wasserverlustes von 65 auf nur 15 Prozent, so dass Aguas de Córdoba seitdem 85 Prozent des gelieferten Frischwassers abrechnen kann.

Ergebnisse deutlich verbessert

Die Trainings zur fachgerechten Installation von Kunststoffrohren für die Wasserver- und -entsorgung bietet AseTUB auf Initiative der Rohrhersteller bereits seit 2004 an. Denn was nutzt ein qualitativ hochwertiges Rohr, wenn es falsch verlegt wird? Meistens finden die Kurse für maximal 12 Personen in einem der sieben spanischen Trainingszentren statt. In 36 Stunden vermitteln die von AseTUB geschulten Kursleiter umfangreiche Kenntnisse, angefangen beim Empfang des Materials über die fachgerechte Verlegung der Kunststoffrohre und die korrekte Ausführung verschiedener Anschlusstechniken bis zum Testen und zur Inbetriebnahme der Leitungen. Ein 250 Seiten starkes Installationshandbuch von AseTUB bietet darüber hinaus wichtige Hilfestellungen.

Bis heute hat die spanische Organisation mehr als 130 Kurse für über 1.300 Installateure durchgeführt. Die Teilnehmer erhalten nach bestandener theoretischer und praktischer Prüfung einen offiziellen Ausweis, der sich zu einer gefragten Qualifikation bei Auftraggebern aus der Wasserwirtschaft entwickelt hat. Mit Recht, wie der Erfolg aus Córdoba eindrucksvoll beweist.

AGPU: Wechsel im Vorstand – Joachim Tremmel (BASF SE) bei Mitgliederversammlung gewählt.

Das Jahr 2013 ist ein ganz besonderes für den Werkstoff PVC. Vor 100 Jahren wurde das PVC-Patent erteilt und damit die Basis für eine einzigartige Erfolgsgeschichte gelegt. Sie ist geprägt vom Einsatz des modernen Kunststoffes in einer kontinuierlich wachsenden Anzahl von Anwendungen, aber auch von der innovativen und nachhaltigen Entwicklung der Produkte und der Industrie. „Besonders ist das Jahr 2013 aber auch deshalb, weil sich die AGPU mit ihren Mitgliedsunternehmen aus der PVC-Branche seit 25 Jahren für den Werkstoff PVC engagiert: mit immer neuen Ideen und einer professionellen Kommunikation, die sich kontinuierlich wandelt“, so Dr. Axel Bruder, Vorstandsvorsitzender der AGPU und Mitglied des Vorstandes der RENOLIT SE in Worms, auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in Bonn. „Auf Basis der dabei gemachten Erfahrungen wollen wir die zukünftige Arbeit von AGPU und deren Service-Dienstleister PVCplus weiter justieren, um gut aufgestellt zu sein für die Herausforderungen der nächsten Jahre“, so Bruder weiter.

Neben Formalia wie Verabschiedung des Haushaltes und Beschluss der AGPUBeitragsordnung für das Jahr 2014 stand auch ein Wechsel im Vorstand auf der Agenda. Dr. Norbert Scholz, der seit 1998 für die Weichmacher-Hersteller und Evonik Industries AG im Vorstand saß, geht im Spätsommer in den Ruhestand und erklärte deshalb seinen Rücktritt. Zu seinem Nachfolger in diesem Gremium wählten die Mitglieder Joachim Tremmel, Head of Association Affairs, Industrial Petrochemicals Europe bei der BASF SE in Ludwigshafen.

100 Jahre PVC-Patent: Ein moderner Werkstoff mit Geschichte

Das Jahr 2013 ist ein ganz besonderes für den Werkstoff PVC. Vor 100 Jahren, am 4. Juli 1913, erhielt der deutsche Chemiker Fritz Klatte aus Frankfurt-Griesheim das Patent für eine Erfindung, die unser aller Leben in mannigfacher Beziehung geändert und damit die Basis für eine einzigartige Erfolgsgeschichte gelegt hat. Fritz Klatte erfand den Herstellungsprozess für einen der bedeutendsten Kunststoffe der Welt, das PVC.

Heute ist PVC ein moderner, innovativer Werkstoff, der aufgrund seiner Vorteile vielfältig verwendet und stetig weiterentwickelt wird: für Energiesparfenster, die man nicht streichen muss, Wasserrohre, die starken Verkehrsbelastungen standhalten und sich wegen ihrer glatten Oberfläche nicht zusetzen, hygienische Bodenbeläge, biegsame Kabel bis hin zu Blutbeuteln, Tablettenverpackungen und weichen Schläuchen in medizinischen Anwendungen. Als Ergebnis der Verbesserungen kann die Industrie heute bei der nachhaltigen Entwicklung in Deutschland und Europa-weit messbare Fortschritte vorweisen.

Besonders ist das Jahr 2013 auch, weil sich die AGPU mit ihren Mitgliedsunternehmen aus der PVC-Branche seit 25 Jahren für den Werkstoff PVC engagiert, dessen nachhaltige Entwicklung fördert und einen intensiven Dialog mit Entscheidern aus Politik, Wirtschaft, Handel und NGOs führt. Mit Erfolg, wie Meinungsumfragen unter Entscheidern bei zum Beispiel Bauunternehmen und Architekten zeigen. Waren es 1990 nur etwa 20 Prozent, die PVC als Werkstoff mit Zukunft sahen, waren 2012 bereits 52 Prozent dieser Meinung.

„Diesen Meinungswandel hat die AGPU zusammen mit der PVC-Branche durch Investitionen in Sammel- und Verwertungssysteme und innovative Rezepturen herbeigeführt, um so dem schlechten Ruf der 80er Jahre zu begegnen. Die zurück gewonnene Akzeptanz hat sowohl zu einer Renaissance von bekannten Produkten wie Bodenbelägen geführt als auch zu zukunftsweisenden Produkten wie Passivhaus-Kunststofffenster und Rotorblättern von Windkraftanlagen“, so AGPU-Geschäftsführer Werner Preusker.

AGPU: 25 Jahre Engagement für PVC-Recycling

Vor 25 Jahren hat die AGPU (Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V.) in Deutschland damit begonnen, Herstellung und Verwendung von PVC „mit allen Belangen des Umweltschutzes in Einklang zu bringen“. „Mit großen Engagement hat die PVC-Branche in den vergangenen Jahren wichtige Ziele auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit realisieren können“, betont AGPU-Geschäftsführer Werner Preusker anlässlich des heute in Bad Neuenahr beginnenden Internationalen Altkunststofftages des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse). Zu den wesentlichen Errungenschaften einer nachhaltigen Entwicklung gehöre der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen mit der Etablierung eines gut funktionierenden Abfall-Managements, sowohl für Verarbeitungsabfälle als auch für gebrauchte Produkte.

Von Beginn an bringt die AGPU PVC-Verwerter und PVC-Verarbeiter mit neuen Projekten immer wieder zusammen. So schreibt die AGPU mit dem vor einigen Jahren neu konzipierten PVC-Recycling-Finder Erfolgsgeschichte. Der Online-Marktplatz mit über 1.000 Zugriffen monatlich bietet relevante Brancheninformationen, zeigt konkrete Verwertungswege für PVC-Abfälle auf und bietet Rezyklat sowie Recycling-Produkte zur Beschaffung an. Ebenfalls erfolgreich ist der bundesweite Wettbewerb „Umweltgerechte Modernisierung“, der schon zum zweiten Mal stattfindet und gemeinsam mit der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH ausgelobt wird. Er hat zum Ziel, beispielhafte Projekte der energetischen Sanierung zu ermitteln, die über erfolgreiche Konzepte der Energieeinsparung hinaus auch den Aspekt des Recycling beinhalten.

Recycling ist auch das Top-Thema bei VinylTV, dem YouTube-Kanal für PVC. Mit mehr als 80 Videos und über 17.000 Zugriffen seit dem Start vor zwei Jahren hat sich VinylTV als eine der weltweit meistbesuchten Plattformen für den Werkstoff etabliert. „Wir sind stolz darauf, dass viele unserer Ideen zur Entwicklung von PVC Richtung Nachhaltigkeit mittlerweile in Europa von VinylPlus und sogar weltweit umgesetzt werden – angefangen vom Recycling, dem Einsatz von moderneren Stabilisatoren und Weichmachern bis hin zu einer besseren Kommunikation. Bei PVC ist die AGPU eben häufig ein Vorreiter“, erklärt Werner Preusker.

Abgeordneter Evers zu Besuch bei profine in Berlin

Auf Vermittlung der AGPU besuchte am Freitag Stefan Evers, CDU-Mitglied im Berliner Abgeordneten-Haus und stellvertretender Fraktionsvorsitzender das Berliner Werk von profine. Evers hatte als Referent an dem Fortbildungs-Seminar von PVCplus in Leuven teilgenommen und die spontane Einladung in das Werk angenommen, wo er mit eigenen Augen die moderne Extrusion und die Verarbeitung von Recyclat sehen konnte.

Gern unterstützt AGPU seine Mitgliedsunternehmen bei Werksbesuchen, das beste Mittel zum Dialog mit politischen und anderen wichtigen Entscheidern.

Wasser Berlin International: PVC-Rohre weltweit führend in der Wasserwirtschaft

Die deutsche Bundeshauptstadt rückt vom 23. bis 26. April 2013 in den Fokus der internationalen Wasserwirtschaft. Mit 615 Ausstellern aus 35 Ländern präsentiert sich die Fachmesse WASSER BERLIN INTERNATIONAL nunmehr zum 50. Mal ihren Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. In sechs Messehallen werden unter anderem neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen rund um die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gezeigt. Abgerundet wird das Angebot der Messe erstmals durch vier Kompetenz-Zentren, die gezielt Aussteller und Fachbesucher unter anderem beim Thema „Leitungsbau“ zusammenführen sollen.

Und hier kommt der Werkstoff PVC ins Spiel. PVC ist weltweit bei Kunststoff-Rohren mit einem Marktanteil von über 68 Prozent der bevorzugte Werkstoff im Baubereich. In Deutschland liegt der Marktanteil bei Abwasser-, Straßenentwässerungs- und Drainage-Rohren aus PVC im Vergleich zu anderen Kunststoff-Rohren laut einer aktuellen Studie der europäischen Organisation PVC4Pipes in Kooperation mit Ernst & Young bei 60 Prozent. Europäischer Spitzenreiter ist Frankreich: 80 Prozent aller verwendeten Kunststoff-Rohre sind aus dem Werkstoff PVC. Nicht ohne Grund, denn in der Anschaffung und beim Betrieb sind PVC-Druckrohre für Wasserleitungen oder drucklose PVC-Abflussrohre eine wirtschaftliche Lösung. Die leichtgewichtigen Rohre lassen sich gut verlegen und sicher miteinander verbinden. Einmal verlegt halten PVC-Rohre über 100 Jahre. Zudem sind sie widerstandsfähig gegen Chemikalien und mechanische Belastungen, verkrusten selten und bieten Bakterien aufgrund ihrer glatten Oberfläche kaum Ansatzpunkt für eine Besiedlung. „Damit gewährleisten sie dauerhaft einen freien Leitungsdurchfluss, sparen Pumpenenergie und schonen so die Umwelt“, sagt Werner Preusker Geschäftsführer der AGPU (Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V.) anlässlich der WASSER BERLIN INTERNATIONAL.

Übrigens: In Deutschland wurden die ersten PVC-Rohre in der 30er Jahren bei der Errichtung des Olympischen Dorfes in Berlin verwendet – und sind zum Teil heute noch in Betrieb.

Der gute alte Plattenladen ums Eck

Leidenschaft Vinylscheibe am internationalen „Record Store Day“ 2013.

Der Tonarm legt sich ganz analog auf den Tonträger, dann knistert es ein wenig bevor im satten, warmen Klang die Musik erklingt. Mal eben durch die einzelnen Titel „skippen“? Nur schwer möglich und auch selten erwünscht von den vielen Musikliebhabern, die weltweit nach wie vor den Klang von Vinyl-Schallplatten schätzen. Gekauft wird das Schätzchen häufig noch beim guten alten Plattenladen ums Eck. Hier gibt es dann neben dem Kaffee aufs Haus noch eine persönliche und im Zweifel auch vollkommen subjektive Beratung statt Download und „Empfehlungslalgorithmus“. Wirkt nostalgisch und ist es vielleicht sogar, aber eben auch persönlicher und herrlich entschleunigt.

Das außergewöhnliche Hör- mit dem Kauferlebnis verbindet am kommenden Samstag auch der internationale „Record Store Day“. Dabei bieten die über 2.000 unabhängigen Plattenläden weltweit den Vinylliebhabern zusätzlich noch ein ganz besonderes Highlight: Zeitgleich werden an die 400 streng limitierte und hochwertige Sonderveröffentlichungen auf Vinyl in den Shops angeboten, die speziell für diesen Tag produziert wurden. Auf der Veröffentlichungsliste stehen neben jungen Künstlern wie Jake Bugg ebenso „Klassiker“ wie David Bowie, Miles Davis oder Paul Weller.

Legt man die reinen Verkaufs- und Umsatzzahlen der Vinyl-Schalplatten zugrunde, so dürfte sich auch der 2007 ins Leben gerufene „Record Store Day“ einer stetig wachsenden Beliebtheit erfreuen. Seit 2006 kann die Schallplattenbranche im Bereich Vinyl wieder Zuwächse verbuchen. Nach einem Bericht des Donaukuriers lag laut Bundesverband der Musikindustrie der Umsatz seinerzeit im deutschen Markt bei 5,2 Millionen Euro, fünf Jahre später bereits bei 13,9 Millionen. Die Branche hoffe nun bald die 1 Millionen-Marke bei den Verkaufszahlen zu durchbrechen. Ein umgekehrter Trend im Übrigen im Vergleich zur CD. Zwar beherrscht das Medium mit rund 70 Prozent immer noch deutlich den Musikmarkt, aber die Absatzzahlen sind durch die Konkurrenz der digitalen Musikdateien seit 2001 rückläufig. Im Bereich der Abspielgeräte haben Plattenspieler bereits die Nase vorn: So wurden 2011 nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) 118.000 Plattenspieler und 87.000 CD-Player verkauft.

1948 war es Dr. Peter Goldmark bei CBS, der als erster rauscharmes PVC als Tonträger verwendete und damit am 21. Juni 1948 seine erste „Microgroove-LP rotieren ließ. Das Material war preiswerter als der damals verwendete Schellack und überdies ließ sich die Ton- und Klanqualität deutlich steigern. Außerdem war die neue LP robuster, sie zerbrach nicht gleich, wenn sie unsanft behandelt wurde.

Damit war dieser neue Tonträger „massenfähig“. Mit ihm wurde Musik erschwinglich. PVC hatte durch seine Materialeigenschaften einen deutlichen Vorteil gegenüber Schellack: PVC ermöglichte das Schneiden von Mikrorillen, etwa neun Rillen pro Millimeter, sowie geringere Drehzahlen, wodurch die Spieldauer gegenüber der Schellackplatte deutlich verlängert und die Tonqualität gesteigert wurde. In der Regel wies die LP mit einem Durchmesser von 30 cm eine Spieldauer von 20–30 Minuten pro Seite auf.

In Deutschland hielt die neue LP erst 3 Jahre später Einzug, bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft. Ihren Höhepunkt erlebte die Langspielplatte 1981, als von ihr 1,14 Mrd. Stück weltweit verkauft wurden. Bald danach schien zunächst ihr Ende nahe. Die Verkaufszahlen sanken, ihr neuer Wettbewerber – die CD – sollte ihr den Rang ablaufen. Doch die Vinylscheibe wirklich aus dem Feld zu schlagen, gelang der CD nie ganz. Den warmen, satten Klang der Vinylscheibe kann die CD nach Auffassung vieler Musikliebhaber nicht imitieren. Bei 20.000 Hertz beispielsweise ist technikbedingt nach oben Schluss bei der CD.