Stoffstrombild Kunststoffe 2019

Neues Stoffstrombild für Deutschland: Mehr Rezyklate und Kreislaufführung bei Kunststoffen

Kaum ein Thema unserer Zeit, bei dem Kunststoffe nicht eine – viel diskutierte – Rolle spielen: moderne Konsumgewohnheiten und deren Auswirkungen auf die Umwelt, Ressourcenschutz und CO2-Minderung in Sektoren wie Mobilität und Bau, die Gewinnung erneuerbarer Energie mittels Windkraft oder Solarzellen. Seit vielen Jahren blickt eine umfassende Lebensweganalyse zu Kunststoffen in Deutschland auf all diese vielfältigen Anwendungsgebiete und liefert darüber hinaus Zahlen und Daten zur Produktion, Verarbeitung und Verwertung des Werkstoffs. Die Studie trägt so im entscheidenden Maße zur Versachlichung der Kunststoffdebatte bei und dokumentiert den Weg der Branche hin zu einer Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen.

Höhere Rezyklatmenge in 2019

Das zweite Mal in Folge hat das alle zwei Jahre erscheinende Stoffstrombild neben der Produktion von neuen Kunststoffen auch die Mengen der Erzeugung und Verarbeitung von Rezyklaten ermittelt. Das Ergebnis für 2019 zeigt, dass Recyclingkunststoffe häufiger zum Einsatz kamen als zuvor und als Rohstoff für neue Kunststoffprodukte immer wichtiger werden. So wurden im vergangenen Jahr 13,7 Prozent der Kunststoff­verarbeitungsmenge durch Rezyklate gedeckt; zwei Jahre zuvor lag der Anteil noch bei 12,3 Prozent. Die Rezyklatmenge stieg seit der letzten Erhebung 2017 pro Jahr um rund fünf Prozent, was wiederum einen Rückgang bei der Einsatzmenge neuer Kunststoffe zur Folge hatte. Diese verringerte sich im selben Zeitraum um 2,5 Prozent.

Kunststoffrezyklat fast überall zu finden

Kunststoffrezyklate kommen dabei in quasi allen Segmenten des Marktes zum Einsatz: bei hoch technischen Anwendungen wie dem Fahrzeugbau oder Elektrogeräten sowie besonders häufig im Baubereich (ca. 43 Prozent), in Verpackungen (ca. 24 Prozent) und der Landwirtschaft (ca. 11 Prozent). Die Kunststoffwertschöpfungskette trägt somit dazu bei, natürliche Ressourcen mittels Kreislaufführung zu schonen und die Rohstoff­versorgung der Zukunft zu sichern. Dies spiegelt sich auch bei den Zahlen zum Recycling generell wider, wo ebenfalls Zuwächse zu verzeichnen sind. Von den in Deutschland angefallenen Kunststoffabfallmengen wurden im Jahr 2019 rund 2,9 Mio. t werkstofflich recycelt. Damit stieg die werkstoffliche Recyclingmenge im Zwei-Jahres-Vergleich um
3,2 Prozent, was vor allem auf den Anstieg bei Post-Consumer-Abfällen zurückzuführen ist.

Mehr Tempo bei Rezyklateinsatz erforderlich

Allerdings gibt es weiterhin zahlreiche Hürden, die das Kunststoffrecycling erschweren: sei es die fortschreitende Deponierung kunststoffhaltiger Siedlungsabfälle in einigen Teilen Europas, schwierige Marktbedingungen für Rezyklate oder sich teilweise widersprechende gesetzliche Regularien zum Beispiel beim Verbraucher- und Umweltschutz. Dabei braucht es ein schnelles Wachstum bei den Rezyklatmengen, um die Nachhaltigkeitsziele von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft und die damit einhergehende Marktversorgung mit Sekundärrohstoffen besser erfüllen zu können.

Stoffstrombild auf einen Blick

Die Zahlen des Stoffstrombilds im Detail: In Deutschland wurden im vergangenen Jahr gut 20 Millionen Tonnen Kunststoff erzeugt, darunter etwa zwei Millionen Tonnen Rezyklate. Zur Herstellung von Kunststoffprodukten wurden 14 Millionen Tonnen eingesetzt, wovon wiederum 1,9 Millionen Tonnen aus Rezyklaten bestanden. Die Kunststoffabfallmenge betrug rund 6,3 Millionen Tonnen, wovon 46,4 Prozent werkstofflich, weniger als ein Prozent rohstofflich und 52,8 Prozent energetisch verwertet wurden.

Mit der vorgelegten Studie „Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2019“ legt die deutsche Kunststoffindustrie erneut eine durchgängige und (nahezu) einmalige Lebensweganalyse von der Produktion bis zur Verwertung der Kunststoffe und des Wiedereinsatzes von Rezyklaten vor. Diese bildet eine wichtige Grundlage für aktuelle Nachhaltigkeitsdiskussionen und hiermit für die Entwicklung von geschlossenen Kreisläufen im Kunststoffbereich. Für die Erhebung wurden mehr als 2.000 Unternehmen aus Kunststofferzeugung, -verarbeitung und -verwertung befragt sowie amtliche und weitere Statistiken herangezogen.

Urheber Stoffstrombild

Erstellt wurde die Studie von der Conversio Market & Strategy GmbH, Auftraggeber sind die BKV GmbH sowie PlasticsEurope Deutschland e.V., der BDE – Bundes­verband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V., der bvse – Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA, die IK – Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., der KRV – Kunststoffrohrverband e.V., die AGPU – Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V., der GKV – Gesamtverband Kunststoff­verarbeitende Industrie e. V. mit seinen Trägerverbänden AVK – Industrie­vereinigung Verstärkte Kunststoffe e.V., FSK – Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V., GKV/TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. und pro-K – Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V., der IG BCE   Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie sowie dem VCI – Verband der Chemischen Industrie.

Die Kurzfassung der Studie „Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2019“ kann hier kostenfrei als PDF-Version heruntergeladen werden. Die Langfassung ist über die Webseite des BKV kostenpflichtig bestellbar.

AGPU-Vorstand wieder komplett – Mitglieder stimmen für Umbenennung

Der AGPU e.V. benennt sich nächstes Jahr um. Mit dem zukünftigen Namen „VinylPlus Deutschland e.V.“ soll die klare Ausrichtung der PVC-Branche auf das Thema Nachhaltige Entwicklung betont werden. Die Mitgliederversammlung wählte zudem fünf neue Vorstandsmitglieder.

Europäisches Nachhaltigkeitsprogramm

Zu Beginn der AGPU-Mitgliederversammlung, die „Corona-bedingt“ als Webkonferenz durchgeführt wurde, stellte Dr. Brigitte Dero, General Managerin von VinylPlus®, den rund 50 Teilnehmern aus der gesamten PVC-Wertschöpfungskette die jüngsten Erfolge des europäischen Nachhaltigkeitsprogramms der Branche vor. Anfang Juni wurden hierzu in Brüssel mit dem Progress Report 2020 Ziele und konkrete Ergebnisse kommuniziert. Demnach wurden im vergangenen Jahr mehr als 771.000 Tonnen PVC recycelt. Bis 2030 sollen es mindestens eine Millionen Tonnen jährlich sein.

Namensänderung des Vereins

Die Mitglieder beschlossen die Namensänderung des Vereins von „Arbeitsgemeinschaft PVC und UMWELT e.V.“ in „VinylPlus Deutschland e.V.“, die in 2021 umgesetzt wird. Die AGPU ist bereits seit 2017 assoziiertes Mitglied von VinylPlus® und über verschiedene Gremien und eine Vielzahl an Projekten mit dem europäischen Nachhaltigkeitsprogramm eng verbunden.  „Die AGPU steht bereits heute für die nachhaltige Entwicklung des Werkstoffs PVC. Diese klare Ausrichtung auf die Zukunftsthemen der Gesellschaft wollen wir durch die Umbenennung noch stärker zum Ausdruck bringen.“, so der AGPU-Vorstandsvorsitzende Dr. Oliver Mieden (Vinnolit).

Nachwahl des AGPU-Vorstands

Ebenfalls auf der Agenda der AGPU-Mitgliederversammlung stand die Nachwahl des Vorstands. Mit Jörg Frömming (Dekura), Volkmar Halbe (FEB), Roland Pietz (Evonik), Dr. Ingo Sartorius (PlasticsEurope Deutschland) und Thomas Zenger (Baerlocher) konnten fünf anerkannte Branchenvertreter für die Vorstandsarbeit gewonnen werden. „Ich danke den ausgeschiedenen Vorständen für ihre außerordentliche Unterstützung für die PVC-Branche und freue mich, heute fünf adäquate Nachfolger aus den Bereichen Recycling, Fußboden, Weichmacher, Stabilisatoren und dem Verband der Kunststofferzeuger PlasticsEurope vorstellen zu können“, so Dr. Oliver Mieden. Dem Vorstand gehören weiterhin an: Mailin Bode (RENOLIT, Stellvertretende Vorsitzende), Uwe Dietsch (INOVYN, Schatzmeister), Roland Jahn (GEALAN) und Dr. Dieter Polte (Vestolit, Stellvertretender Vorsitzender).

 

VinylPlus® Nachhaltigkeitsforum Deutschland

Das für den gleichen Tag geplante VinylPlus® Nachhaltigkeitsforum Deutschland wurde „Corona-bedingt“ abgesagt. „Hier wünschen wir uns die persönliche Begegnung mit unseren externen Stakeholdern und innerhalb der PVC-Branche im nächsten Jahr“, so AGPU-Geschäftsführer Thomas Hülsmann. „Jetzt freuen wir uns darauf, dass sich die gesamte europäische PVC-Branche am 15. Oktober 2020 beim virtuellen VinylPlus® Sustainability Forum mit Stakeholdern aus unterschiedlichen Bereichen treffen wird.“

Zur AGPU

Die AGPU engagiert sich für den nachhaltigen Werkstoff PVC. Als Stimme der PVC-Branche in Deutschland repräsentiert sie mit ihren rund 60 Mitgliedsunternehmen die gesamte Wertschöpfungskette. Sie bündelt das Wissen vieler Experten und fördert dessen Austausch. Zudem steht sie im Dialog mit Endscheidern und Meinungsbildern, schafft Transparenz und bildet Vertrauen in die nachhaltige Entwicklung des Werkstoffs. Mitgliedsunternehmen haben Zugang zu einem etablierten und weit geknüpften Branchennetzwerk.

„VinylPlus auf einen Blick“ jetzt herunterladen

Zusammen mit dem ausführlichen Fortschrittsbericht von VinylPlus® gibt es auch immer eine Zusammenfassung in Form eines Flyers, der alle relevanten Informationen zum Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche enthält. Die AGPU hat diesen gemeinsam mit den Partnerverbänden in Österreich und der Schweiz ins Deutsche übersetzt. Ab sofort kann der Flyer hier heruntergeladen werden.

Mit VinylPlus ist die PVC-Branche auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft

Über VinylPlus®, die Freiwillige Selbstverpflichtung der europäischen PVC-Branche zur nachhaltigen Entwicklung, wurden im vergangenen Jahr 771.313 Tonnen PVC recycelt. Das entspricht mehr als 96 Prozent des Ziels von 2020. Die PVC-Branche ist auf einem guten Weg, die immer anspruchsvolleren Recyclingziele von VinylPlus für das Jahr 2025 zu erreichen – und zwar im Einklang mit der Kreislaufwirtschaft, den Zielen der Circular Plastics Alliance und den europäischen Vorgaben zur Förderung von Rückgewinnung, Recycling und Wiederverwendung von Kunststoffen. Die Ergebnisse von VinylPlus werden mit ihrem heute veröffentlichten Fortschrittsbericht 2020 vorgestellt.

„In den vergangenen 20 Jahren hat VinylPlus unermüdlich daran gearbeitet, die Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft anzugehen. Wir sind bestrebt, unsere Nachhaltigkeitsbilanz unter Berücksichtigung des europäischen Green Deals, des Aktionsplans zur Kreislaufwirtschaft sowie andere Richtlinien mit Auswirkungen auf den Kunststoffsektor kontinuierlich zu verbessern“, betont Brigitte Dero, Geschäftsführerin von VinylPlus.

PVC ist zu einem Kunststoff der Wahl für mittel- und langlebige Anwendungen geworden, insbesondere für Bauprodukte wie Kunststofffenster, Rohre, Bodenbeläge und Kabel, aber auch für lebensrettende medizinische Geräte. PVC ist wiederverwendbar und kann mehrfach recycelt werden, ohne dabei seine wesentlichen Eigenschaften zu verlieren. Das Recycling dieses hochwertigen Materials ist ein wesentlicher Bestandteil der freiwilligen Selbstverpflichtung von VinylPlus zur Nachhaltigkeit und zur Kreislaufwirtschaft. Diese Recyclingbemühungen werden durch Rückverfolgbarkeits- und Zertifizierungssysteme verstärkt, die die Sicherheit und Qualität der recycelten Materialien und Verfahren gewährleisten.

Durch ihre Freiwillige Selbstverpflichtung hat die europäische PVC-Branche seit 2000 5,7 Millionen Tonnen PVC recycelt und damit 11,4 Millionen Tonnen CO2 Emissionen in die Atmosphäre verhindert. Allein im Jahr 2019 wurden 771.313 Tonnen PVC recycelt. Das entspricht mehr als 96 Prozent des Ziels für 2020. VinylPlus ist dem Aufruf der EUKommission an die gesamte Kunststoffindustrie zu mehr Recycling gefolgt und hat sich verpflichtet, bis 2025 mindestens 900.000 Tonnen PVC pro Jahr zu neuen Produkten zu verwerten. Damit sichert sich VinylPlus weiterhin ihren Platz bei der Umsetzung der europäischen Kreislaufwirtschaftsstrategie sowie bei dem Ziel der EU-Kommission für eine branchenübergreifende Allianz für kreislauffähige Kunststoffe (Circular Plastics Alliance), die 2019 gegründet wurde.

Das kontinuierliche Recycling von hochwertigem PVC ist im besten Interesse einer nachhaltigen Gesellschaft. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat vor kurzem bestätigt, dass das Recycling von ausgedienten PVC-Produkten sowohl aus Sicht des Umweltschutzes als auch aus Sicht der Gesundheit die beste Option der Abfallwirtschaft ist (1). Das Recycling von PVC reduziert die potenziellen Treibhausgase erheblich, da mit jedem Kilo PVC, das recycelt wird, zwei Kilo CO2 Emissionen eingespart werden. Die Alternativen würden zu einer Verschwendung von Material führen, das ansonsten recycelt und wiederverwendet würde.

Der VinylPlus Fortschrittsbericht 2020 bestätigt, dass das freiwillige Programm seine gesetzten Ziele erreicht. Um ein Höchstmaß an Transparenz, Mitwirkung und Verantwortung zu gewährleisten, überwacht ein Monitoring-Ausschuss, der sich aus Vertretern von EU-Parlament, EU-Kommission, Gewerkschaften und Verbraucherorganisationen sowie der Wissenschaft zusammensetzt, die Ergebnisse und Fortschritte von VinylPlus. „Brancheninitiativen wie VinylPlus, die über das Recycling hinausgehen und die Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungsketten in den Mittelpunkt stellen, werden bei der Entwicklung von Strategien für eine Kreislaufwirtschaft immer wichtiger“, so Jo Dewulf, Professor an der Universität Gent und Vorsitzender des Monitoring-Ausschusses.

Das VinylPlus Programm geht über die Kreislaufwirtschaft hinaus und befasst sich auch mit anderen Nachhaltigkeitsthemen wie Energie- und Klimawandel, nachhaltiger Rohstoffbeschaffung und -produktion sowie dem verantwortungsvollen Einsatz von Zusatzstoffen. Diese zentralen Themen wurden auch in das VinylPlus® Product Label integriert, das Zertifizierungssystem für die Nachhaltigkeit von PVC-Produkten im Baugewerbe, welches die höchste Leistungsfähigkeit in Bezug auf Nachhaltigkeit und einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft bietet. Bis heute haben zehn Unternehmen das VinylPlus® Product Label für mehr als 100 PVC-Produkte erhalten, die an 18 europäischen Standorten hergestellt werden.

Auch die Gesundheit und Fortbildung der Arbeitnehmer ist ein integraler Bestandteil des Programms. VinylPlus arbeitet mit den europäischen Sozialpartnern der Chemiebranche (bestehend aus der European Chemical Employers Group und industriAll Europe) zusammen, um Maßnahmenpläne für die Sicherheit der Arbeitnehmer und für die Digitalisierung von KMU umzusetzen, die im Rahmen der 2017 erneuerten Kooperationsvereinbarung festgelegt und unterzeichnet wurden.

Brigitte Dero betont zudem, dass „jeder Fortschrittsbericht der Branche eine willkommene Gelegenheit bietet, nicht nur über ihre bisherigen Erfolge, sondern auch über künftige Herausforderungen und Chancen nachzudenken. Da das Ziel von VinylPlus in Sicht ist, stehen wir mit unseren Partnern und Stakeholdern in einem intensiven Dialog, um das neue VinylPlus Programm bis 2030 zu entwickeln, welches im Mai 2021 an den Start gehen wird“.

Der Fortschrittsbericht 2020 kann unter www.vinylplus.eu heruntergeladen werden.

VinylPlus Sustainability Forum 2020 wird Webkonferenz

Auch das VinylPlus® Sustainability Forum 2020 am 15. Oktober 2020 wird virtuell als Webkonferenz stattfinden. „Obwohl es sehr schade ist, die Teilnehmer des VSF dieses Mal nicht persönlich treffen zu können, freuen wir uns auf ein weiteres erfolgreiches Nachhaltigkeitsforum“, so VinylPlus® Geschäftsführerin Brigitte Dero. Die Webkonferenz bietet hochkarätige Redner und Vorträge sowie interaktive Diskussionen und Live-Abstimmungen, an denen sich Teilnehmer von überall auf der Welt beteiligen können.

Zu den Top-Themen sind VinylPlus® Sustainability Forum gehören der europäische Green Deal und die damit verbundenen Möglichkeiten der PVC-Branche, ihre nachhaltigen Produkte im Markt zu positionieren, das Grüne Bauen mit zertifizierten PVC-Produkten und die Entwicklung der PVC-Branche bis 2030.

Weitere Details zum virtuellen VinylPlus® Nachhaltigkeitsforum gibt es unter https://vinylplus.eu/community/vinyl-sustainability-forum.

Dr. Rüdiger Baunemann

AGPU trauert um langjähriges Vorstandsmitglied – Nachruf Dr. Rüdiger Baunemann

Vorstand, Geschäftsführung und Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. (AGPU) sind tief betroffen vom Tod von Dr. Rüdiger Baunemann, langjähriger Hauptgeschäftsführer von PlasticsEurope Deutschland, dem Verband der Kunststofferzeuger.

Dr. Rüdiger Baunemann, Hauptgeschäftsführer von PlasticsEurope Deutschland und langjähriges Mitglied im Vorstand der AGPU, ist am 17. April 2020 plötzlich und unerwartet verstorben. Dr. Baunemann war während seiner Laufbahn in verschiedenen Führungsfunktionen in den Verbänden der Kunststofferzeugenden Industrie tätig. Seit 2011 hatte er die Funktion des Hauptgeschäftsführers des Verbandes PlasticsEurope Deutschland inne. Darüber hinaus engagierte sich Dr. Baunemann vielfältig in Verbänden, Gremien und Einrichtungen der deutschen Wirtschaft, der Kunststoffindustrie sowie des Normungswesens.

Dr. Baunemann gehörte seit 1998 dem AGPU-Vorstand an und war so über mehr als zwei Jahrzehnte an der strategischen Entwicklung der AGPU maßgeblich beteiligt. „Mit Dr. Rüdiger Baunemann verlieren AGPU und Kunststoffbranche nicht nur einen langjährigen, hochgeschätzten Fürsprecher für Kunststoff und PVC, sondern vor allem eine außerordentlich gewinnende und engagierte Persönlichkeit“, so Thomas Hülsmann, Geschäftsführer der AGPU. „Eine Vielzahl gemeinsamer Projekte, Studien und Workshops unterstreichen die partnerschaftliche Zusammenarbeit, für die Dr. Baunemann ein Vorbild war.“

„Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod von Dr. Rüdiger Baunemann erfahren. Im Namen des gesamten Vorstandes der AGPU, der Geschäftsführung und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle möchten wir seiner Familie unser herzlichstes Beileid aussprechen“, so Dr. Oliver Mieden, Vorstandsvorsitzender der AGPU. „Wir trauern um einen großartigen Menschen und einen herausragenden Vertreter der Kunststoff-Industrie, der eine große Lücke hinterlässt.“

PVC products provide vital help

For more than 60 years vinyl products have been successfully used in the healthcare sector and are indispensable to protect life. This is also evident in view of the current corona pandemic and is demonstrated by the wide range of medical applications, such as pharmaceutical blister trays for medicines, infusion tubes, blood bags, respiratory masks and tubing, tubing for extracorporeal membrane oxygenation of blood (ECMO), disposable protective gloves or other components of medical equipment.

The range of high-performance PVC products in the healthcare sector is wide and is constantly being expanded with new applications. About 40 percent of all medical plastic products in European hospitals are made of PVC. They improve the chances of recovery, extend life expectancy and enable the best standards of hygiene. PVC has achieved its widespread use in the healthcare sector not only because of its individually adaptable material properties, but also because of its attractive designs and low purchase and maintenance costs in times of tight budgets.

Core applications include flexible bag systems, for example. These include blood bags that can be easily sterilized and frozen. These soft foil bags extend the shelf life of blood up to 42 days and protect the red blood cells from hemolysis. Vinyl is also often the first choice for tubing systems for artificial ventilation, infusions, transfusions or flushing and suction processes via catheters, thanks to its good usage properties. The material proves to be very resistant to kinking and can withstand high mechanical stress without damage. Oxygen and anesthetic masks ensure survival in extreme situations. Thanks to the use of tiny tubes and moulded parts that offer impressive functionality in a minimum of space, minimal invasive surgery can now be performed. This protects the patient, reduces the risk and enables a much faster recovery than after major surgeries.

PVC products also have a firm place in building and construction applications in the healthcare sector. In addition to energy-saving PVC windows and solid, durable pipes, insulated cables and roofing membranes are used in many places. Stretched ceilings enable quick ceiling renovation without long downtimes and have a positive effect on room acoustics. Washable wallpaper and PVC profiles protect hospital corridors and patient rooms from dirt and damage caused by beds and handcarts. PVC sheets are installed as wall coverings because of their good hygienic properties and easy cleaning, but they are also convincing because they are impact-resistant, liquid-tight and quick to install.

Intensive care units, operating theatres and patient rooms are increasingly being fitted with vinyl floor coverings, which are proving to be extremely hard-wearing, stain-resistant and durable under the extreme stresses of daily use. They are also often used as orientation aids or for color-coded area marking in clinics. A significant advantage in terms of good hospital hygiene is the easy cleaning of the smooth surfaces. In addition to the facilitated control of spread germs and bacteria, this helps to increase patient safety and also reduces the maintenance costs, which can account for up to 92 percent of the total life cycle costs of the coverings: the right answer to the continuously increasing cost pressure in the health care sector without neglecting comprehensive hygiene. Thanks to their good sound absorption and anti-slip properties, the floorings also improve the working conditions of doctors and nursing staff who spend many hours a day in operating theatres or have to walk longer distances in hospitals. At the same time, they offer many modern designs that turn doctors‘ surgeries as well as patient rooms and canteens into feel-good rooms.

In order to support the circular economy and conserve valuable resources, various recycling systems for PVC applications in the healthcare sector are already available in Europe for years. In this way, the industry is making an important contribution to sustainable development.

PVC-Produkte leisten lebenswichtige Hilfe

Vinyl-Produkte sind im Healthcare-Bereich seit über 60 Jahren erfolgreich im Einsatz und unverzichtbar. Das wird auch angesichts der aktuellen Corona-Pandemie deutlich und zeigt sich unter anderem an der Vielzahl von medizinischen Anwendungen, wie zum Beispiel bei Pharmablistern für Medikamente, Infusionsschläuchen, Blutbeuteln, Beatmungsmasken, Einmal-Schutzhandschuhen oder Bauteilen von Medizingeräten.

Die Bandbreite an leistungsstarken PVC-Produkten im Gesundheitswesen ist groß und wird kontinuierlich um neue Anwendungen erweitert. Etwa 40 Prozent aller medizinischen Kunststoffprodukte in europäischen Krankenhäusern bestehen aus dem Werkstoff PVC. Sie verbessern die Heilungschancen, verlängern die Lebenserwartung und ermöglichen beste Hygienestandards. Seine intensive Verbreitung im Gesundheitswesen hat PVC nicht nur den individuell anpassbaren Materialeigenschaften zu verdanken, sondern auch den attraktiven Designs und den günstigen Anschaffungs- und Unterhaltskosten in Zeiten knapper Budgets.

Zu den Kernanwendungen gehören beispielsweise flexible Beutelsysteme. Dazu gehören Blutbeutel, die sich problemlos sterilisieren und einfrieren lassen. Diese weichen Folienbeutel verlängern die Haltbarkeit des Blutes auf bis zu 42 Tage und schützen es vor dem Gerinnen. Auch bei Schlauchsystemen für die Beatmung, bei Infusionen, Transfusionen oder Spül- und Absaugvorgänge über Katheter ist Vinyl dank seiner guten Gebrauchseigenschaften oft die erste Wahl. Das Material erweist sich als sehr knickstabil und übersteht unbeschadet hohe mechanische Belastungen. Sauerstoff- und Anästhesiemasken sichern das Überleben in extremen Situationen. Durch die Verwendung winziger Schläuche und Formteile, die auf geringstem Raum eine beeindruckende Funktionalität aufweisen, können Eingriffe heute minimalinvasiv vorgenommen werden. Das schont die Patienten und ermöglicht eine wesentlich schnellere Genesung als nach größeren Operationen.

Bei der baulichen Ausstattung im Healthcare-Bereich haben PVC-Produkte ebenfalls ihren festen Platz. Neben energiesparenden Kunststoff-Fenstern und robusten langlebigen Rohren kommen vielerorts ummantelte Kabel und Dachbahnen zum Einsatz. Spanndecken ermöglichen eine schnelle Deckensanierung ohne lange Ausfallzeiten und wirken sich positiv auf die Raumakustik aus. Abwaschbare Tapeten und PVC-Profile schützen Krankenhausflure und Patientenzimmer vor Verschmutzungen und Beschädigungen durch Betten und Handwagen. PVC-Platten sind als Wandverkleidung aufgrund ihrer guten Hygieneeigenschaften und ihrer leichten Reinigung gefragt, überzeugen aber auch, weil sie stoßfest, flüssigkeitsdicht und schnell montiert sind.

Intensivstationen, OP-Säle und Patientenzimmer werden zunehmend mit Vinyl-Bodenbelägen ausgestattet, die sich bei den täglich extremen Belastungen als äußerst strapazierfähig, fleckenbeständig und langlebig erweisen. Oft werden sie auch als Orientierungshilfe oder zur farblichen Bereichskennzeichnung in Kliniken eingesetzt. Entscheidender Pluspunkt im Sinne einer guten Krankenhaus-Hygiene ist die leichte Reinigung der glatten Oberflächen. Dies reduziert neben der Ausbreitung von Keimen und Bakterien auch die Unterhaltskosten, die bei den Gesamtbetriebskosten der Beläge bis zu 92 Prozent ausmachen können: die richtige Antwort auf den kontinuierlich steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen, ohne die flächendeckende Hygiene zu vernachlässigen. Durch ihre gute Trittschalldämmung und Rutschsicherheit verbessern die Beläge auch die Arbeitsbedingungen von Ärzten und Pflegekräften, die täglich viele Stunden in OPs stehen oder lange Wege im Krankenhaus zurücklegen müssen. Dabei bieten sie viele moderne Designs, die sowohl Arztpraxen als auch Patientenzimmer und Speiseräume zu Wohlfühlräumen machen.

Um die Kreislaufwirtschaft zu unterstützen und wertvolle Ressourcen zu schonen, gibt es in Europa seit Jahren verschiedene Recyclingsysteme für PVC-Anwendungen aus dem Healthcare-Bereich. Damit leistet die Branche einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.

Conversio

Datenerhebung Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2019 startet

Für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Kreislaufwirtschaft ist die Kunststoffbranche gefordert, ihre Anstrengungen in Sachen Ressourceneffizienz und zirkuläres Wirtschaften zu intensivieren. Zuverlässige Zahlen und Fakten zum Kunststoffmarkt tragen dazu bei, Fortschritte bei Verwertung und Recycling zu dokumentieren und durch Transparenz mehr Sachlichkeit in eine in Teilen aufgeheizte Debatte zu bringen. Mit dem Stoffstrombild Kunststoffe, an dem sich die gesamte Branchen-Wertschöpfungskette beteiligt, legt die Kunststoffindustrie bereits seit 1998 ein zuverlässiges und ausführliches Kompendium mit Zahlen und Fakten zu Produktion,  Verbrauch, Abfallaufkommen und Verwertung von Kunststoffen in Deutschland vor. Zum mittlerweile 12. Mal startet jetzt die Datenerhebung durch die Partner der Studie sowie der Conversio Market & Strategy GmbH, die das „Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2019“ erstellt.

Breite Verbändebasis, ausführliche Datenerhebung

Für die Erhebung werden in den kommenden Monaten mehr als 2.000 Unternehmen aus der Kunststofferzeugung, -verarbeitung und -verwertung im Markt befragt und dazu verfügbare Statistiken und Studien ausgewertet. Auftraggeber der Studie sind neben der BKV GmbH die Verbände PlasticsEurope Deutschland e. V., der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser und Rohstoffwirtschaft e. V. (BDE), der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V. (bvse), der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA, der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV) mit seinen Trägerverbänden AVK Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe, FSK Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane, GKV/TecPart Verband Technische Kunststoff-Produkte, die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen, der pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff sowie der KRV Kunststoffrohrverband, die AGPU e. V., der Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).

Das Stoffstrombild Kunststoffe genießt bei Politik, Behörden und Fachöffentlichkeit hohes Ansehen und zeigt, dass Kreislaufwirtschaft längst ein zentrales Thema für die deutsche Kunststoffbranche ist und der Schutz der Umwelt ein wichtiges Anliegen der gesamten Industrie.

VSF 2020 Florenz

VinylPlus Nachhaltigkeitsforum 2020 verschoben

Aufgrund der wachsenden Besorgnis in Bezug auf das Coronavirus (COVID19) und aktueller Reisebeschränkungen nach Italien haben wir entschieden, das VSF 2020 zu verschieben. Der neue Termin wird der 14. und 15. Oktober 2020 sein. Die Stadt und der Veranstaltungsort bleiben gleich – das Hilton Florence Metropole Hotel in Florenz.

Wir sind davon überzeugt, dass Sie Verständnis haben werden und dass dies keine leichte Entscheidung war, aber aufgrund der erheblichen Verbreitung des Virus eine notwendige Entscheidung. Wir sind fest entschlossen, angemessene Vorkehrungen zu treffen, um unseren Teilnehmern eine sichere Umgebung zu bieten. Wir hoffen, dass diese Terminänderung keinen Einfluss auf Ihre Entscheidung zur Teilnahme an der Veranstaltung im Oktober haben wird, und wir stehen Ihnen für Fragen zur Verfügung.

Für diejenigen unter Ihnen, die ihre Anmeldegebühr bereits bezahlt haben und nicht teilnehmen können, wird es eine vollständige Rückerstattung geben. Die Online-Anmeldung für #VSF2020 im Oktober wird so schnell wie möglich verfügbar sein.

Wir entschuldigen uns für eventuelle Unannehmlichkeiten durch die Terminänderung und danken Ihnen für Ihr Verständnis. Wir freuen uns darauf, Ihnen in Florenz ein spannendes Programm zu bieten. In der Zwischenzeit bleiben Sie und Ihre Familie gesund und alles Gute.

Brigitte Dero
Geschäftsführerin von VinylPlus