Current summer issue of STARKE SEITEN and BLITZ-INFO

The summer edition of Starke Seiten has been mailed to 27,000 addresses, mostly executives from different target groups, and to the PVC industry and their value chains in Germany, Austria, and Switzerland. With part of the print run, AGPU also sends along BLITZ-INFO (which appears three times a year) containing current information about the sustainable development of PVC along with a letter personally addressed to over 6,000 decision-makers in politics, management, industry and trade.

In case you, too, would like to use STARKE SEITEN for your communication needs, we will gladly tell you about the advertising options. For example, we can send along our 2016 media data packet, which includes important dates and key topic listings.

The „Best Practice for the Environment“ Initiative Is Launched

Both the energetic restoration of residential and industrial buildings and the deconstruction of properties produce a great deal of building waste. When it comes to disposing of this waste in an environmentally friendly manner, material separation and mechanical recycling are currently considered to be the best approach. The „Best Practice for the Environment“ initiative was created in light of this fact. The main aim of the initiative is to identify exemplary construction projects in the German federal states of Saxony, Saxony-Anhalt and Thuringia that involve the recycling and re-use of disused PVC building materials such as windows or floor coverings. The joint initiative created by Rewindo and AGPU has already successfully attracted the support of a multitude of institutions, associations and companies.

It has now been officially launched and plans are in place for it to continue until autumn 2017. At the end of the initiative, a documentation with reference projects will be produced.

New AGPU Activity Report for 2015/2016 Is Now Available

In perfect timing with the General Meeting and round-table event in Bonn, the new AGPU Activity Report 2015/2016 has been published. The report, which is available in German and English, contains information about of the work carried out by the PVC experts and the hot topics of the past year. You can receive the Activity Report in a printed edition as well as in a digital version. Please e-mail us if you are interested to get our new report.

Press Release: Change in the AGPU Board

Two weeks ago, the AGPU sent out a press release on the occasion of this year’s General Meeting.  Alongside a statement from board Chairman Dr. Axel Bruder (RENOLIT), the press release also informs about a successful transition in the AGPU board, among other topics. In January 2016, Dr. Zdenek Hruska left the AGPU board and took a position at ECVM, the European PVC manufacturer’s association. Uwe Dietsch (INOVYN) was newly elected to the board by AGPU member companies.

AGPU engagiert sich für den zukunftsweisenden Werkstoff PVC

Der Wandel hin zur Entwicklung und Herstellung nachhaltiger Produkte bietet der Kunststoffindustrie vielfältige Chancen. Die PVC-Branche ist hierbei gut aufgestellt. So sind moderne PVC-Produkte nicht nur zuverlässig in ihrer Anwendung, sondern auch innovativ hinsichtlich ihrer Eigenschaften und nachhaltig über ihren gesamten Lebensweg – von der Herstellung und Produktion über die Nutzungsdauer bis hin zum Recycling. „Gemeinsam mit Partnern in Europa engagiert sich die AGPU mit ihren rund 60 Mitgliedsunternehmen für den zukunftsweisenden Werkstoff PVC“, so Dr. Axel Bruder, AGPU-Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Vorstandes der RENOLIT SE in Worms bei der AGPU-Mitgliederversammlung am 13. Juni 2016 im Universitätsclub Bonn.

Neben den Formalia gab es auch eine Veränderung im AGPU-Vorstand. Dr. Zdenek Hruska wechselte im Januar 2016 zum europäischen PVC-Herstellerverband ECVM und schied deshalb aus dem Vorstand aus. Als neues Mitglied wurde Uwe Dietsch (INOVYN) von den AGPU-Mitgliedsunternehmen in den Vorstand gewählt.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung fand der Round Table der Entscheider der PVC-Branche statt. Als Keynote-Speaker konnte Professor Harald Herrmann, Direktor des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, gewonnen werden. In seinem Vortrag „Nachhaltiges Bauen und Ressourceneffizienz in der Bestandsentwicklung“ hob Herrmann die großen Potenziale zur Ressourceneinsparung insbesondere beim Wohnungsbau hervor. Ein wichtiger Punkt hierbei sei auch die Rückführung von Bauprodukten nach Gebrauch in den Stoffkreislauf.

Der Bausektor zählt weltweit zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftsbereichen, da für den Bau von Gebäuden und Infrastrukturen große Mengen an mineralischen Rohstoffen benötigt werden. Der mit Abstand wichtigste Kunststoff im Baubereich ist der Werkstoff PVC. Etwa 70 Prozent der Jahresproduktion in Deutschland gehen in langlebige Produkte für Bauanwendungen wie beispielsweise Fensterrahmen, Rohre, Kabelisolierungen, Bodenbeläge und Dachbahnen. Moderne PVC-Produkte schonen nicht nur Energie und Ressourcen, sondern überzeugen durch niedrige Lebenszykluskosten, sind wirtschaftlich und kosteneffizient bereits in der Anschaffung. Bereits Anfang der 90er-Jahre hat die PVC-Branche damit begonnen, Recyclinganlagen zu errichten und Sammelsysteme aufzubauen.

Die 8 häufigsten Missverständnisse über Weich-PVC

1. Alle Weichmacher sind gleich

STIMMT NICHT: Es gibt eine Vielzahl von Weichmachern, die sich in ihrer Wirkung deutlich voneinander unterscheiden und deshalb auch von Behörden unterschiedlich bewertet werden. Differenziert wird zwischen niedermolekularen und hochmolekularen Weichmachern. Zu den niedermolekularen Weichmachern gehören DEHP, BBP, DBP und DIBP. Daneben gibt es hochmolekulare Weichmacher wie DINP, DIDP und DPHP sowie Polymerweichmacher auf Adipinsäurebasis, Adipate, Terephthalate und andere Weichmacher außerhalb der Stoffgruppe der Phthalate.

2. Es werden immer die gleichen Weichmacher eingesetzt

STIMMT NICHT: In den letzten Jahren hat sich der Markt für Weich-PVC dank jahrelanger Forschung und verbesserter Rezepturen entscheidend verändert. In der Vergangenheitspielten vor allem niedermolekulare Weichmacher eine große Rolle. Sie wurden aber als reproduktionstoxisch eingestuft, d. h. sie stehen u. a. in Verdacht, die Sexualfunktion und Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Heute werden vorwiegend hochmolekulare Weichmacher eingesetzt. Ihr Anteil und der von anderen unbedenklichen Spezialweichmachern für Anwendungen mit besonderen Anforderungen liegt inzwischen bei etwa 85 Prozent. Studien und die amtlichen Risikobewertungen durch die dafür bestellten Sachverständigen aus allen EU-Ländern belegen, dass diese Stoffe sicher und ohne Bedenkenverwendet werden können.

Der am meisten verwendete Weichmacher DINP z. B. ist von den Experten aller EU-Mitgliedsländer nicht als bedenklich eingestuft worden. Deutschland ist dabei vom Umweltbundesamt (UBA) vertreten worden. In der Risikobewertung heißt es (Original auf Englisch): „Es ist unwahrscheinlich, dass Erzeugnisse, die DINP enthalten (Kleidung, Baumaterial,Spielzeug und Baby-Ausstattung) und Quellen für eine Exposition (Autos, Innenräumein öffentlichen Verkehrsmitteln, Lebensmittel und Lebensmittelverpackungen) ein Risiko für Verbraucher (Erwachsene, Kleinkinder und Neugeborene) durch Einatmen, Hautkontakt oder Atmen verursachen“.

3. Je höher der Anteil von Weichmachernin Produkten, umso gefährlicher

STIMMT NICHT: Nicht die Konzentration eines Stoffes in einem Produkt entscheidet darüber, ob eine gesundheitliche Gefährdung möglich ist. Erst wenn die Substanz aus dem Produkt austritt und in den Körper gelangt, kann sie dort auch wirken. Ob ein Bodenbelag fünf oder 50 Prozent Weichmacher enthält, sagt nichts über die Wirkung auf die Gesundheit aus. Selbst wenn der Hausstaub größere Weichmacher-Konzentrationen aufweist, stellt dies nicht automatisch ein Risiko dar. Nur wenn Hausbewohner intensiven Kontakt mit dem Staub haben, d. h. wenn ihre Haut längere Zeit mit dem Stoff in Berührung kommt oder er häufig verschluckt wird, kann ein Risiko entstehen, das man dann genauer bewerten müsste.

4. Hausstaubproben geben Aufschluss überdie Konzentration von Weichmachern

STIMMT NICHT: Hausstaubproben, wie die regelmäßig durch Stiftung Warentest angebotenen Analysen, sind ein fragwürdiges Verfahren, um die tatsächliche Konzentration von Weichmachern in Innenräumen festzustellen. Als Basis der Hausstaubproben dient der Staub aus Staubsaugerbeuteln. Viele Staubsauger enthalten aber unter anderem Weich-PVC-Teile (z. B. Kabel), so dass Spuren der darin enthaltenen Weichmacher in den Staubsaugerbeutel gelangen. Deshalb lässt der Weichmacheranteil in diesen Proben keinen Schluss auf die tatsächliche Menge der Weichmacher in Innenräumen zu. Im Übrigen gilt auch hier: Die Menge nachgewiesener Weichmacher gibt keinen Aufschluss über eine mögliche gesundheitliche Gefährdung.

Ein aktuelles Beispiel für die Irreführung von Verbrauchern ist die 2011 vom BUND veröffentlichte Studie über Staubproben aus 14 europäischen Schlafzimmern, die zuvor eine Woche lang nicht gesaugt wurden. Alle Weichmacher-Konzentrationen (und auch die aller anderen Stoffe) liegen unter dem TDI-Wert. „Von den nachgewiesenen Chemikalien geht bei den gefundenen Konzentrationen einzeln genommen noch keine Gesundheitsgefahr aus“, so auch das Fazit von Patricia Cameron, Chemie-Expertin beim BUND. Dennoch empfi ehlt der BUND den generellen Verzicht auf Weich-PVC-Produkte, weil die Vielzahl der gefundenen Stoffe alarmierend und einem Chemie-Cocktail vergleichbar sei. Als problematisch erweist sich, dass in der Ergebnisübersicht der Studie alle Konzentrationen der gefundenen Weichmacher, unabhängig von ihrem Wirkprofil und ihrer Bewertung, zu einem Wert addiert worden sind. Hier zeigt sich, wie so oft, dass alle Weichmacher gleich bewertet werden.

Aufschlussreich sind auch die Beschreibungen der untersuchten Schlafzimmer. Sie weisen kaum auf die Verwendung von Produkten aus Weich-PVC hin, ebenso wie die publizierten Fotos. Von den 14 Räumen waren die meisten mit Holzböden ausgestattet und nur drei mit Kunststoffbelägen. Die Mehrzahl der Wände in den Schlafzimmern ist angestrichen. Kunststofftapeten, ein beliebtes Produkt zur Verschönerung von Wänden, sind nur ein Mal erwähnt. So sollten sich Verbraucher fragen, wie die gemessenen Weichmacher-Konzentrationen in die Staubsaugerbeutel gelangt sind.

5. Weichmacher in Kinderspielzeug sind gefährlich

STIMMT NICHT: Mit dieser Aussage werden junge Eltern systematisch verunsichert. Richtig ist, dass geringe Mengen von Weichmachern aus dem PVC austreten können. Diese Tatsache ist aber kein Beleg für eine gesundheitliche Schädigung der Kinder. Das Beispiel Kinderplanschbecken mag dies verdeutlichen: Im Juni 2002 veröffentlichte „Öko-Test“ einen Beitrag über die gesundheitliche Gefährdung von Kindern durch Weichmacher in Kinderplanschbecken. Der Wiener Krebsforscher Professor Wilfried Bursch untersuchte, ob die dort publizierten Messwerte durch das Trinken von Badewasser und Lutschen und Kauen der Planschbeckenwand tatsächlich zu einem ernst zu nehmenden Gesundheitsrisiko führen könnten. Dabei stellte er fest, dass ein Überschreiten der gültigen TDI-Werte äußerst unwahrscheinlich ist. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung gab bekannt, dass die in „Öko-Test“ nachgewiesenen Gehalte an Weichmachern beim üblichen Gebrauch der Planschbecken keine gesundheitliche Gefährdung für Kleinkinder darstellen. Öko-Test habe nur gemessen, welche Mengen der einzelnen Substanzen im PVC enthalten sind, nicht aber, welche Mengen sich aus dem PVC lösen und ins Badewasser gelangen können.

Die AGPU und der deutsche VKE Verband Kunststofferzeugende Industrie (heute PlasticsEurope Deutschland) rechneten daraufhin aus, dass ein einjähriges Kind von zehn Kilogramm Körpergewicht ein Leben lang jeden Tag etwa 165 Liter Badewasser trinken müsste, um in die Nähe des TDI-Wertes für DEHP zu kommen. Um den TDI-Wert für DINP/DIDP zu erreichen, müsste ein Kind etwa 500 Liter Badewasser schlucken. Es wäre also längst ertrunken, bevor es sich hätte vergiften können. Auch dies ein Beispiel dafür, wie sinnlos es ist, von einem bloßen Nachweis verdächtiger Stoffe auf eine schädliche Wirkung zu schließen.

6. PVC-Produkte in Kitas sind gesundheitsschädlich

STIMMT NICHT: Moderne PVC-Produkte in Kindergärten sind nicht gesundheitsschädlich.
Ganz anderer Meinung ist der BUND aufgrund von Staubproben in Kitas, wobei
herausgehoben wird, dass sie drei Mal mehr Weichmacher enthalten als solche aus Privathaushalten. Die höhere Weichmacher-Konzentration in Kitas ist nicht überraschend, denn in Kindergärten werden aus guten Gründen mehr weiche PVC-Produkte verwendet als in Privathaushalten. Neben elastischen Böden gehören dazu weiche Turnmatten, die Kinder vor Verletzungen schützen, oder dichte PVC-Regenstiefel. Natürlich kann das zu höherem Abrieb und einer Anreicherung im Hausstaub beitragen. Das allein reicht aber nicht für eine gesundheitliche Gefährdung (s. o.). Problematisch daran ist, dass auch
diese Studie die Messergebnisse für alle Weichmacher einfach zusammenzählt, obwohl es sich um verschiedene Stoffe handelt, die in ihren gesundheitlichen Auswirkungen unterschiedlich zu bewerten sind. Auch ist die Menge eines Stoffes in einer Raumprobe kein guter Referenzwert für die Belastung der Innenraumluft oder der gesundheitlichen Belastung der Benutzer.

So hat eine Studie des Umweltbundesamt ergeben, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Staubwerten und der Stoffmenge im Blut der Bewohner gibt. Die Aufsichtsbehördender Länder haben mit dem Deutschen Institut für Bautechnik (DIBT) strenge Kriterien für die Innenraumbelastung durch Böden entwickelt. Gute Qualitäten von PVC-Böden erfüllen diese Kriterien. Beim Einkauf von Erzeugnissen gerade für Kinder auf hohe Qualität zu achten, ist sicher richtig. Gütezeichen wie Ökotex 100 oder TÜV „toxproof“ helfen dabei.

7. Bisphenol A ist ein häufig vorkommender PVC-Weichmacher

STIMMT NICHT: Bisphenol A (BPA) ist kein Weichmacher und wird, wenn überhaupt, nur in sehr geringen Mengen in einigen wenigen Weich-PVC-Produkten eingesetzt. Der Stoff wird zu mehr als 99 Prozent in Polymeren wie Polycarbonat-Kunststoff und Epoxidharzen weiterverarbeitet. Nur ein sehr kleiner Teil gelangt als Komponente in Antioxidanz-Zubereitungen für Weich-PVC.

Unabhängige Behörden, die für die Sicherheit der Verbraucher zuständig sind, kommen auf Basis der Gesamtheit der verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zu BPA immer wieder übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass dieser Stoff in seinen bestimmungsgemäßen Anwendungen sicher ist.

8. Es gibt keine neuen Entwicklungen auf dem Weichmacher-Markt

STIMMT NICHT: Die PVC-Branche arbeitet kontinuierlich an der Entwicklung neuer Stoffe, um die bestehende Produktpalette durch ebenso zuverlässige Produkte zuergänzen. Neue Weichmachertypen für Anwendungen mit speziellen Eigenschaftensind auf dem Markt und werden schon erfolgreich eingesetzt. Auch Bodenbelags-Hersteller arbeiten an innovativen Rezepturen. So hat beispielsweise ein deutsches Unternehmen mit einem neuen Bodenbelag ein Produkt mit besonders hoher ökologischer Verträglichkeit auf den Markt gebracht. Der sehr flexibleund strapazierfähige Boden besteht zu über 75 Prozent aus erneuerbaren oder nachhaltigen Ressourcen. Der Weichmacher ist zu 100 Prozent biologischen Ursprungs und wird aus Getreidereststoffen gefertigt.

Startschuss für die Aktion „Best Practice für die Umwelt“

Bei energetischen Sanierungen von Wohn- undG ewerbegebäuden fallen wie auch beim Rückbau von Immobilien große Mengen an Bauabfällen an. Mit Blick auf eine umweltgerechte Entsorgungin möglichst geschlossenen Materialkreisläufen gelten Materialtrennung und werkstoffliches Recycling heute dabei als die beste Vorgehensweise. Vor diesem Hintergrund wurde die Aktion „Best Practice für die Umwelt“ ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, in den drei Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beispielhafte Bauprojekte zu ermitteln, bei denen ausgediente PVC-Baustoffe wie z. B. Fenster oder Bodenbeläge recycelt und wiederverwertet werden. Die gemeinsame Initiative der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH und der Arbeitsgemeinschaft PVC undUmwelt e.V. (AGPU), beide Bonn, erfreut sich schon jetzt der Unterstützung einer Reihe von Institutionen, Verbänden und Unternehmen. In Bad Langensalzafiel nun der Startschuss für die Aktion. Sie soll bis zum Herbst2017 dauern. Aus ausgewählten „Best Practice“-Referenzprojekten entsteht im Anschluss eine Dokumentation.

Als „Unterstützer“ hinter die Initiative gestellt haben sich u. a. der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. (VSWG), Dresden; der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. (HDB), Berlin; der Deutsche Abbruchverband e.V., Köln; der Bauindustrieverband Sachsen / Sachsen-Anhalt e.V., Leipzig; der Verband Fenster + Fassade (VFF), Frankfurt am Main sowie die B&O Wohnungswirtschaft GmbH, Chemnitz. „Wir rechnen damit, im Laufe der kommenden Wochen und Monate den Kreis der ‚Unterstützer‘noch erweitern zu können“, so Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter. Er sieht in der Aktion deutliche Vorteile auch für deren Mitglieder:„Durch werkstoffliches Recycling gewinnen die Unternehmen in der Öffentlichkeit Pluspunkte für nachhaltiges Handeln. Darüber hinaus können sie Geld sparen, weil dieses System preiswerter ist als die Entsorgung in Baumischcontainern. Die große Zustimmung zu ‚Best Practice für die Umwelt‘ zeigt uns, dass die PVC-Branche auf dem richtigen Weg ist, wenn sie damals wie heute vorrangig auf werkstoffliches Recycling von PVC-Baustoffen setzt“, erklärte AGPU-Geschäftsführer Thomas Hülsmann. Man habe bereits in den 1990erJahren erste Wiederverwertungssysteme für Altfenster, Türen und Rollladen sowie für Bodenbeläge, Kunststoffrohre und Dachbahnen ins Leben gerufen. „Die Hersteller, die diese Systeme finanziell tragen, haben schon damals ihre Verantwortung für die ausgedienten Produkte erkannt“, so Hülsmann.

Heute sei das Recycling von PVC im Baubereich ein wichtiger Bestandteil von „VinylPlus“, dem Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche. Hülsmann betonte darüber hinaus auch das Umweltbewusstsein der Abbruchunternehmen. Das Konzept des „selektiven Rückbaus“ von Gebäuden sei hierfür ein gutes Beispiel. Dass die thüringische Kurstadt Bad Langensalza als Ort für die Auftaktveranstaltung ausgewählt wurde, kommt nicht von ungefähr: Nur wenige Kilometer südlich betreibt einer der Rewindo-Recyclingpartner, die VEKA Umwelttechnik GmbH, Hörselberg-Hainich, eine der größten Altfenster-Recyclinganlagen Europas. Dort findet in mehreren Schritten der technisch hochwertige Recyclingprozess statt. Die ausdienten Bauteile werden zunächst geshreddert und weiter zerkleinert. Dann erfolgt in unterschiedlichen Verfahren die sortenreine Trennung in Metall, Gummi, Glasreste und Kunststoff. Letzterer wird aufgeschmolzen und durch einen Filter gepresst,um letzte Fremdpartikel auszusondern. Das dabei zurück gewonnene reine PVC-Granulat ist hochwertiger Sekundärrohstoff für neue Kunststofffenstermit Recyclingkern, das von den Kunststoffprofilherstellern als Gesellschafter von Rewindo wieder in den Markt gebracht wird. Wie wissenschaftliche Versuche ergaben, kann dieser Prozess mindestens siebenmal wiederholt werden. Schon heute erzielt die Branche bundesweit beachtliche Ergebnisse beim PVC-Baustoffe-Recycling. So konnte beispielsweise Rewindo zusammenmit seinen Recyclingpartnern im Jahr 2015 einen Rücklauf von über 27.000 Tonnen PVC-Sekundärrohstoff aus Altfenstern erreichen, was etwa 1,5 Mio.Fenstereinheiten entspricht. Zusätzlich werden rund 75.000 t Produktionsreste in der Fensterprofilproduktion eingesetzt. Die ArbeitsgemeinschaftPVC-Bodenbelag-Recycling (AgPR) recycelte vergangenes Jahr in ihrer Anlage in Troisdorf rund 2.500 Tonnen ausgediente Bodenbeläge. Die angelieferten Altbeläge werden nach Vorbehandlung in der 1991 errichteten Recyclinganlage zu Feinmahlgut verarbeitet. Bei Eignung lässt sich dieses problemlos bei der Produktion neuer PVC-Fußbodenbeläge einsetzen.

Ihre „Best Practice“-Vorschläge können alle Bauherren aus der Wohnungswirtschaft oder dem Gewerbebau, sowie von Abbruchunternehmen, Fensterbau-und Entsorgungsbetrieben ab sofort bei Rewindo oder AGPU einreichen. Neben der Abschlussdokumentation Ende 2017 sind in ausgewählten Fällen aktuelle Pressetermine an den Baustellen geplant. „Auf diese Weise wird den Beteiligten auch während der Laufzeit der Aktion zu einer positiven Publicity vor Ort und in der Fachpresse verholfen“, so Vetter.