Neues „Anreizprogramm Energieeffizienz“ und verstärkte KfW-Förderung

Als sinnvolle Alternative zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Berlin das neue „Anreizprogramm Energieeffizienz“ vorgestellt. Mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz habe die Bundesregierung ein Bündel von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Energiewende im Gebäudesektor beschlossen. Durch das jetzt vorgestellte Programm werden diese Maßnahmen nun weiter verstärkt, heißt es in einer Mitteilung seines Ministeriums. Demnach umfasst das Paket ein Fördervolumen in Höhe von 165 Millionen Euro pro Jahr und tritt an die Stelle der bislang geplanten, aber im Koalitionsausschuss gescheiterten steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung.

Ab 1. Juli 2015 fördert die KfW Bankengruppe im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) verstärkt die energetische Sanierung und den energieeffizienten Neubau von Nichtwohngebäuden aus Mitteln des CO2-Gebäudesanierungsprogramms. Ab Oktober 2015 haben dann auch Kommunen, soziale Einrichtungen und kommunale Unternehmen die Möglichkeit, energieeffiziente Neubauten über die KfW fördern zu lassen.

Die AGPU hält die Erhöhung des Förderangebotes für wenig ausreichend, da die über die KfW bereitgestellten Zuschüsse bislang nicht in vollem Umfang abgerufen wurden. Daher kann die AGPU alle Beteiligten nur auffordern, die Diskussion zur Einführung von steuerlichen Abschreibungen für energetische Sanierungsmaßnahmen wieder aufzunehmen und das dringend notwenige Aktionsprogramm auf den Weg zu bringen.

Bereits mehr als 45 Anmeldungen zum PVC-Workshop am 9. Juni

Der nächste gemeinsame Workshop „PVC und Umwelt“ von AGPU und PlasticsEurope Deutschland findet am 9. Juni 2015 in Frankfurt/Main statt und das Interesse ist wieder groß. So liegen knapp vier Wochen vor Beginn des Workshops bereits mehr als 45 Anmeldungen vor.

Der Schwerpunkt des Sommer-Workshops liegt bei den Themen Bauanwendungen und Ressourceneffizienz. Hierzu konnten namhafte Referenten gewonnen werden. Zusagt haben u.a. Frau Dr.-Ing. Antje Eichler, Leiterin Umwelt und Normungspolitik beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sowie Daniel Schubert, Referent für Nachhaltigkeit beim Arbeitgeberverband Chemie und verwandte Industrien für das Land Hessen.

Am Vorabend des Workshops wird ein Abendessen der Teilnehmer zum gemeinsamen Networking angeboten. Die Teilnahme ist für AGPU-Mitglieder kostenfrei.

PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter: Termine für regionale Veranstaltungen stehen fest

Nach dem Auftakt auf der Fachtagung Abbruch im März, stehen nun auch die Termine für die regionalen Treffen der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter“ von AGPU und VinylPlus fest. Die Treffen wurden seinerzeit ins Leben gerufen, weil nach der Consultic-Studie für AGPU und Vinyl2010 aus 2008, anders als bei den übrigen Kunststoffen, etwa 80 Prozent der PVC-Abfälle bei Gewerbebetrieben anfallen. Ziel ist daher zur Steigerung der PVC-Verwertung, PVC-Verarbeiter und Recycler zu vernetzen. Vor Ort stellen sich die Teilnehmer mit ihren Angeboten und ihrem Bedarf persönlich wie beim „Speed dating“ mit einem kurzen Statement vor. Im Fokus stehen das persönliche Gespräch und das Networking.

Die diesjährigen Veranstaltungen finden in Troisdorf (30. Juni), Stuttgart (22. September) und Behringen (12. November) statt und sprechen jeweils die PVC-Recycler bzw. –Verwerter der jeweiligen Region an. Die Einladungen werden in Kürze versandt.

VinylPlus gibt Recycling von fast einer halben Million Tonnen PVC bekannt und kündigt höheres Engagement beim Klimaschutz an

Mit 481.018 Tonnen recycelten PVC-Abfällen im Jahr 2014 nähert sich VinylPlus, das Programm für nachhaltige Entwicklung der europäischen PVC-Industrie, den Recycling-Zielen bis 2020 weiter an. Die Branche hat Anfang Mai beim Vinyl Sustainability Forum 2015 ihr starkes Engagement bekräftigt, die Beteiligung der europäischen PVC-Wertschöpfungskette an den Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren.

Unter dem Motto „Mehr Vinyl, weniger CO2“ trafen sich vergangene Woche über 100 Interessenvertreter aus Hochschulen, Regierungsbehörden, der UN, der Europäischen Kommission, dem Einzelhandel und aller Bereiche der PVC-Branche zum Forum im französischen Cannes. Bei den Diskussionen ging es vorrangig darum, wie die Branche zum Kampf gegen den Klimawandel beiträgt, wie die Energie- und Ressourceneffizienz verbessert werden kann und wie PVC-Produkte zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen können.0

In seiner Begrüßungsrede an die Delegierten sagte der VinylPlus-Vorsitzende Michael Träger: „Die 2014 erzielten Fortschritte und erreichten Ziele von VinylPlus zeigen wieder einmal die Entschlossenheit unserer Branche, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und zeugen von der Effektivität unseres freiwilligen Ansatzes zu nachhaltiger Entwicklung. Wie geplant werden wir 2015 die angesetzte kritische Halbzeitüberprüfung unserer Ziele vornehmen und dabei unsere bisherigen Aktivitäten messen und bewerten, um unser Nachhaltigkeitsprogramm in den Kontext der sozioökonomischen und umweltbezogenen Entwicklungen zu setzen. Das heutige Forum gibt uns die Möglichkeit, unseren Überprüfungsprozess auch im Rahmen der globalen Nachhaltigkeitsagenda für 2015 zu beginnen.“

Christophe Yvetot von der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) fasste die UN-Nachhaltigkeitsagenda für 2015 einschließlich der Nachhaltigen Entwicklungsziele (2015-2030) sowie der UN-Klimakonferenz in Paris (COP21) zusammen und sagte: „Die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) für die Zeit nach 2015 und die Klimaschutzziele bieten der Branche neue Möglichkeiten, wie die Verteilung des Wohlstands und den Schutz der Umwelt. Als Mitglied der Green Industry Platform kann die PVC-Industrie durch ihre kontinuierlichen Bemühungen, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und neue grüne Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsplätze zu entwickeln, die eine nachhaltigere Welt fördern und, aktiv zur globalen Nachhaltigkeitsagenda beitragen.“

Bei der Vorstellung des Fortschrittsberichts 2014 sagte VinylPlus-Geschäftsführerin Brigitte Dero: „Unser freiwilliges Engagement umfasst Themen, die mit dem Klimawandel eng verbunden sind, wie etwa Recycling, der Ressourcen- und Energieeffizienz und die Reduzierung der Treibhausgasemissionen in der gesamten Produktionskette sowie ein erhöhter Einsatz erneuerbarer Energien und Materialien.“

Im Jahr 2014 recycelte VinylPlus 481.018 Tonnen PVC-Abfälle und ist damit auf dem besten Weg, sein Ziel von 800.000 Tonnen pro Jahr bis Ende 2020 zu erreichen. Recovinyl (www.recovinyl.com), die Organisation, die 2003 gegründet wurde, um die Sammlung und das Recycling von PVC-Abfällen zu erleichtern, konnte mit 473.576 Tonnen die größte Menge registrieren und zertifizieren.

Dennoch könnten Unsicherheiten bei der Auslegung der relevanten EU-Bestimmungen (REACH[1], CLP[2] und die Richtlinie über gefährliche Abfälle) besonders in Verbindung mit recyceltem PVC, das in der Vergangenheit verwendete Zusatzstoffe enthält, die Recyclingaktivitäten sowie die Nachfrage nach Rezyklaten in Europa gefährden. Die europäische PVC-Industrie arbeitet eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um dieses Problem anzugehen.

Auch bei den PVC-Additiven konnte 2014 ein wichtiger Fortschritt verzeichnet werden: Der Einsatz bleihaltiger Stabilisatoren ist in den 28 Mitgliedstaaten der EU im Vergleich zu 2007 um 86 % zurückgegangen, was ein großer Schritt in Richtung des Zieles ist, diese bis Ende 2015 gänzlich zu ersetzen. Des Weiteren hat VinylPlus‘ Arbeitsgruppe zum Thema Zusatzstoffe eine neue Methode entwickelt, den Einsatz dieser Substanzen als Zusatzstoffe in PVC-Produkten zu bewerten. Dabei wird auch die aktuelle Umweltproduktdeklaration (EPD) mit den Nachhaltigkeitskriterien des TNS[3] berücksichtigt. Im Anschluss wurde der neue „EPDplus“ Ansatz zusammen mit externen Interessenvertretern geprüft und diskutiert. Die Fertigstellung des ersten EPDplus für Abwasserrohre wurde beim Vinyl Sustainability Forum 2015 bekanntgegeben.

Ein weiteres bedeutendes Ergebnis im Bereich Klimaschutz ist der Rückgang des Energieverbrauchs der ECVM[4]-Mitgliedsunternehmen 2012–2013 bei der Herstellung einer Tonne PVC um durchschnittlich 10,2 % im Vergleich zu 2007–2008. Hier befindet man sich ebenso auf einem guten Weg, die angestrebte Reduzierung um 20 % bis 2020 zu erreichen.

„UNEP begrüßt jegliche Brancheninitiativen wie VinylPlus, die sich der Herausforderungen bewusst sind, Ziele setzen, Interessenvertreter miteinbeziehen und Fortschritte aufzeigen. Im Jahr 2015 wird die Nachhaltigkeitsagenda bis 2030 und darüber hinaus festgelegt. Egal, wie Sie reagieren, die Trends, die den Planeten antreiben, sind auch die treibenden Trends des Marktes. Der Privatsektor kann dies als eine Reihe weiterer Verordnungen, Beschränkungen und bürokratischen Aufwands wahrnehmen oder als eine historische unmittelbare Gelegenheit, innovativ zu werden, neue Märkte zu erschließen und mit Kunden und Interessenvertretern eine neue Ebene der Partnerschaft zu betreten, um die Gesellschaft dabei zu unterstützen, die Herausforderungen, die der Wandel mit sich bringt, zu meistern. UNEP ist bereit, mit diesen Visionären zusammenzuarbeiten“, so Arab Hoballah, Leiter des Bereichs Sustainable Lifestyles, Cities and Industry des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).